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26.04.2011

16:19 Uhr

Gewinnplus

Ford legt überraschend deutlich zu

Ford ist glänzend ins Jahr 2011 gestartet: Der zweitgrößte Autohersteller der USA hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet. Grund ist unter anderem der Run auf Kleinwagen in den USA.

Der "Taurus" ist einer der Hoffnungsträger für Ford. Quelle: Reuters

Der "Taurus" ist einer der Hoffnungsträger für Ford.

Dearborn Ein Run auf spritsparende Kleinwagen in den USA und eine rasche Wende zum Besseren im Europa-Geschäft haben Ford den besten Jahresstart seit 13 Jahren beschert: Der US-Autobauer steigerte den Reingewinn im ersten Quartal nach Angaben vom Dienstag um mehr als ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Dollar und schnitt damit besser ab als erwartet. Das Unternehmen aus Dearborn nahe der Autostadt Detroit erzielte damit den höchsten Quartalsgewinn in einem Auftaktquartal seit 1998. Anleger griffen daraufhin zu: Die Ford-Aktie stieg im frühen Handel um 3,4 Prozent.

Der Traditionskonzern hatte im März erstmals seit längerem auf seinem Heimatmarkt wieder mehr Fahrzeuge als der Lokalrivale General-Motors verkauft, weil die US-Verbraucher wegen der gestiegenen Benzinpreise eher zu kleineren Wagen wie dem Fiesta und dem Fusion griffen und einen Bogen um spritschluckende Geländewagen der Konkurrenz schlugen.

Ford hielt zudem trotz der Auswirkungen der Bebens in Japan auf die internationale Auto-Produktion an seiner zuversichtlichen Prognose fest, wonach der branchenweite US-Absatz weiter steigen soll. Allerdings schätzt der Vorstand die steigenden Preise für Öl und andere Rohstoffe als „Herausforderung“ für das Wachstum ein. Die Katastrophe in Japan werde branchenweit die Produktion wohl in nächster Zeit bremsen.

Dies werde aber Ende 2011 und im Jahr 2012 wohl wieder wettgemacht. Die größte Autohandelsgruppe AutoNation schätzt, dass die US-Autobauer ihren Marktanteil in den nächsten Monaten auf Kosten der japanischen Konkurrenz ausbauen werden.

Neben den guten Geschäften in Nordamerika sorgte ein fast verdreifachter Vorsteuergewinn in Europa für den glänzenden Start ins Jahr. Ford schnitt in Europa auch deshalb besser ab, weil Rabatte verringert wurden, zudem halfen positive Währungseffekte. Im Schlussquartal vergangenen Jahres hatten - neben dem laufenden Schuldenabbau - noch Verluste der Europatochter die Konzernbilanz getrübt. Entlastet von hohen Zinskosten kann Ford nun durchstarten und investiert kräftig in neue Modelle. In den ersten drei Monaten steigerte der Konzern den Umsatz um fünf Milliarden auf 33,1 Milliarden Dollar. Insgesamt verkaufte Ford im ersten Quartal weltweit mit rund 1,4 Millionen Fahrzeugen 150.000 Autos mehr als vor Jahresfrist.

In den USA stieg der Absatz um rund 16 Prozent. Dies sei auf die starke Nachfrage nach verbrauchsärmeren Modellen wie Fiesta oder Fusion zurückzuführen, hieß es. In China stieg der Absatz um 18 Prozent, in Indien gar um 115 Prozent.

Vor zwei Wochen hatte Ford mitgeteilt, Lieferengpässe in Folge des Bebens in Japan könnten Produktion und Gewinn des Konzerns beeinträchtigen. Vor allem von Ende April bis Mai sei damit zu rechnen, dass nicht genügend Nachschub aus Japan geliefert werde. Erhebliche Auswirkungen auf die Ergebnisse würden aber nicht erwartet. Mitte April hatte Ford zudem mitgeteilt, der Rückruf seines US-Verkaufsschlagers F-150 müsse massiv von 140.000 auf fast 1,2 Millionen der Pickup-Trucks ausgeweitet werden. Grund ist die
Möglichkeit von Kurzschlüssen an, die den Airbag auslösen könnten.

Von

rtr

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