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25.04.2014

11:30 Uhr

Gewinnplus über Prognosen

Volvos Hauptmärkte ziehen an

Nach dem Rivalen Scania startet auch der Lkw-Bauer Volvo unerwartet gut ins neue Jahr. Der Gewinn fiel deutlich höher aus als von Analysten angenommen. Der eingeschlagene Sparkurs soll weitergehen.

China könnte die USA als größter Absatzmarkt des Lkw-Bauers Volvo bald ablösen. dpa

China könnte die USA als größter Absatzmarkt des Lkw-Bauers Volvo bald ablösen.

GöteborgDer Lkw-Bauer Volvo ist mit überraschend viel Gewinn in das neue Jahr gestartet. Weil der Konzern im ersten Quartal mehr Lastwagen verkaufen und dabei höhere Preise durchsetzen konnte als vor einem Jahr, blieben unter dem Strich 1,08 Milliarden Kronen (119 Millionen Euro), wie Volvo am Freitag mitteilte. Analysten hatten mit etwa einem Drittel weniger gerechnet. Anfang 2013 hatte das Unternehmen noch 304 Millionen Kronen Verlust eingefahren und daraufhin den Rotstift angesetzt. Insgesamt sollen 4400 Stellen wegfallen.

Rund 900 Berater und Mitarbeiter in der Verwaltung haben Volvo laut Mitteilung schon verlassen. Abfindungen und andere Ausgaben für den Konzernumbau kosteten im ersten Quartal 318 Millionen Kronen. Ende 2015 sollen die jährlichen Kosten um vier Milliarden Kronen gedrückt sein.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Zu Jahresbeginn legte der Konzern außerdem eine Produktionslinie für schwere Lkw still. Die Einführung einer strengeren EU-Abgasnorm zum Jahreswechsel hatte branchenweit für eine Nachfragedelle gesorgt. Daher gingen auch die Bestellungen kräftig zurück. In Europa verbuchte Volvo ein Viertel weniger Aufträge als vor einem Jahr. Weil aber die Nachfrage in Nordamerika und Asien anzog, stieg der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 65,65 Milliarden Kronen. Der Lkw-Bauer Volvo hat nichts mehr mit dem Pkw-Geschäft Volvo Cars zu tun, das seit einiger Zeit dem chinesischen Unternehmen Geely gehört.

Im ersten Quartal hatte schon der Rivale Scania mit einem Gewinnsprung überrascht. Die schwedische Volkswagen-Tochter hatte bei Umsatz und Überschuss die Erwartungen von Experten deutlich übertroffen. VW will die Tochter komplett schlucken und dann von der Börse nehmen, um die Zusammenarbeit mit der Konzern-Schwester MAN und der Marke VW Nutzfahrzeuge auf Trab zu bringen. Nächste Woche dürfte es ein Ergebnis geben, ob die Übernahme glückt.

Von

dpa

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