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27.07.2011

15:58 Uhr

Gewinnprognose angehoben

Gewinnanstieg erhöht Boeings Zuversicht

Der Airbus-Rivale hat sich im zweiten Quartal wacker geschlagen. Die Folge: eine höhere Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr - und gut gelaunte Investoren.

Eine Boeing 787 Dreamliner am Flughafen Dallas. Quelle: Reuters

Eine Boeing 787 Dreamliner am Flughafen Dallas.

ChicagoDas Geschäft des US-Flugzeugbauers Boeing läuft besser als erwartet. Der Konzern steigerte das Nettoergebnis im zweiten Vierteljahr um knapp 20 Prozent auf 941 Millionen Dollar oder 1,25 Dollar je Anteilsschein. Experten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 0,97 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar und traf damit die Erwartungen.

Wegen des guten Geschäftsverlaufs hob der Hersteller von Verkehrs- und Militärflugzeugen die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Offenbar hat der Konzern dafür an der Kostenschraube gedreht: „Unsere Zuversicht hat dank unseres Teams, das unermüdlich an der Produktivitätsverbesserung arbeitet, zugenommen“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Boeing erwartet nun einen Gewinn je Aktie zwischen 3,90 und 4,10 Dollar - etwa 2,5 Prozent mehr als zuletzt. Seinen Umsatz erwartet der Airbus-Konkurrent weiterhin in der Spanne von 68 Milliarden bis 71 Milliarden Dollar. Dabei sollen 485 bis 495 Flugzeuge ausgeliefert werden, bislang war der Konzern von bis zu 500 Maschinen ausgegangen. Der Markt honorierte den Zwischenbericht vorbörslich mit einem Kursplus von 3,7 Prozent.

„Alle sind überrascht, wie deutlich Boeing die Erwartungen übertroffen hat“, sagte Analyst Alex Hamilton von EarlyBirdCapital. „Wenn man aber genauer hinschaut, kommt es nur von Kostensenkungen.“

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Im zweiten Quartal übergab Boeing 118 Maschinen an die Besteller, vier mehr als im gleichen Zeitraum 2010. Vor allem das Geschäft mit Zivilflugzeugen entwickelte sich gut, der Umsatz der Militärsparte sank dagegen um vier Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Wochen hatte sich Airbus allerdings deutlich mehr Aufträge gesichert als der amerikanische Konkurrent. Auf der Messe in Le Bourget im Juni sammelte Airbus für seine überarbeiteten Mittelstreckenmaschinen vom Typ A320neo mehr als 600 Bestellungen und Vorverträge ein - Boeing konnte die Kunden nicht einmal für 80 Exemplare der 737 begeistern. Zuletzt bestellte zudem American Airlines bei ihrem Megaauftrag über 460 Maschinen mehr Flieger bei Airbus als bei Boeing.

Mit seiner Marktmacht zwang American Airlines Boeing allerdings zu der Entscheidung, das Modell nach dem spritsparenden Vorbild des A320neo zu überarbeiten und mit neuen Triebwerken auszustatten. Der Auftrag wird jedoch frühestens 2013 in der Bilanz wirksam - den größten Teil des Umsatzes machen Flugzeughersteller erst bei Auslieferung.

Immerhin: Die ersten Flugzeuge vom Typ 787 "Dreamliner" sollen wie geplant im September ausgeliefert werden, teilte Boeing weiter mit. Der "Dreamliner" liegt mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan, vor allem die neuartige Konstruktion aus leichten und damit spritsparenden Verbundmaterialien hatte bei der Entwicklung erhebliche Probleme bereitet.

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