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14.05.2013

08:55 Uhr

Gewinnsprung

Merck hebt Jahresziele an

Der Arzneimittelproduzent steigert seinen Gewinn um mehr als 50 Prozent. Merck profitiert dabei vom Konzernumbau. Die Ziele für 2014 sollen schon in diesem Jahr erreicht werden.

Arzneimittel von Merck. Wegen Preisabsprachen muss das Unternehmen Strafe zahlen. dpa

Arzneimittel von Merck. Wegen Preisabsprachen muss das Unternehmen Strafe zahlen.

FrankfurtDer Konzernumbau zahlt sich für den Arzneimittelhersteller Merck aus. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern baute im Auftaktquartal 2013 Umsatz und Gewinn aus und hob seine Geschäftsziele an. "Wir sind mit Schwung und profitabel in das Jahr 2013 gestartet", erklärte Konzernchef Karl-Ludwig Kley am Dienstag zur Vorlage des Zwischenberichts. Merck mache Fortschritte mit seinem Umbauprogramm.

Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) nahm im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 19 Prozent auf 801 Millionen Euro zu. Analysten hatten lediglich mit 787 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernüberschuss schoss um 54 Prozent auf 266 Millionen Euro in die Höhe.

Kley geht nun davon aus, die für 2014 in Aussicht gestellten Geschäftsziele bereits im laufenden Jahr zu erreichen. Damit erwartet der Konzern jetzt für dieses Jahr einen Umsatz von 10,7 bis 10,9 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 8,50 und 9,00 Euro liegen. Für das laufende Jahr kündigte Kley im Zuge des Konzernumbaus Einsparungen von 165 Millionen gegenüber 2012 an. Die Kosten für den Sparkurs in diesem Jahr bezifferte er mit 230 Millionen Euro.

Kley hatte dem Konzern nach zahlreichen Rückschlägen in der Pharmaforschung eine harte Rosskur verordnet. Dadurch soll die Schlagkraft des Arzneimittelgeschäfts erhöht und die Entwicklung neuer Medikamente vorangetrieben werden. Denn der Nachschub an neuen Arzneien ist bei den Darmstädtern aktuell dünn bestückt. Auch andere Konzern-Sparten sind vom Umbau betroffen.

Mit dem Programm will der Merck-Chef ab 2018 jährlich 385 Millionen Euro einsparen. Er hatte sich bereits optimistisch geäußert, den Großteil seines Sparprogramms bis Ende 2014 abschließen zu können. Mit dem Umbau gehen auch Stellenstreichungen einher: So sollen allein in Deutschland bis 2015 etwa 1100 Stellen abgebaut werden, der größte Teil davon 2013 und 2014. Im vergangenen Jahr kostete der Umbau rund 500 Millionen Euro, zwei Drittel davon betrafen das Pharmageschäft.

Merck setzte von Januar bis März 2,7 Milliarden Euro um - ein Plus von vier Prozent. In der Pharmasparte Merck Serono nahmen die Gesamterlöse um 3,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zu. Dabei profitierte Merck unter anderem von Preiserhöhungen bei dem Multiple-Sklerose-Mittel Rebif in den USA und stärkeren Verkaufszahlen mit dem Medikament in Europa. Die Umsätze mit der Arznei legten um sechs Prozent auf 454 Millionen Euro zu. Aber auch mit dem Krebspräparat Erbitux steigerte Merck die Verkaufserlöse um 6,6 Prozent auf 222 Millionen Euro. Der bereinigte operative Spartengewinn (Ebitda) erhöhte sich um 15 Prozent auf 463 Millionen Euro. Im Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten wie Vitaminen und Schnupfenmitteln kletterte das bereinigte operative Ergebnis sogar um 53 Prozent auf 14 Millionen Euro.

Im Chemiebereich Performance Materials schoben vor allem gestiegene Absatzmengen bei Flüssigkristallen die Geschäfte an. Merck ist Weltmarktführer bei den Kristallen, die unter anderem in Flachbild-Fernsehern und Handy-Displays zum Einsatz kommen. Zudem nahm die Nachfrage nach Autolackpigmenten im Quartal zu. Der bereinigte operative Gewinn der Chemiesparte stieg um 27 Prozent auf 207 Millionen Euro.

Von

rtr

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