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30.10.2012

12:03 Uhr

Gewinnsprung

Raffinerien veredeln BP-Ergebnis

Der britische Ölmulti BP hat 1,5 Milliarden Euro mehr verdient als im Vorjahresquartal. Die Herstellung von Benzin, Diesel und Kerosin bringt dem Konzern Geld in die Kassen. Die Sparte erzielt einen Rekordgewinn.

Gewinnsprung für den Ölkonzern: Raffinerietürme und ein Speichertank von BP in Texas City. ap

Gewinnsprung für den Ölkonzern: Raffinerietürme und ein Speichertank von BP in Texas City.

LondonEin starkes Raffineriegeschäft hat dem britischen Energiekonzern BP zu einem deutlichen Gewinnanstieg verholfen. Das Unternehmen verdiente im abgelaufenen Quartal 5,2 Milliarden Dollar nach 3,7 Milliarden im Vorquartal. Damit übertraf BP die Erwartungen von Analysten deutlich.

Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, wurden in der Downstream-Sparte Rekordgewinne erzielt. Der Bereich ist etwa für die Raffinierung von Erdöl und die Herstellung von Benzin, Diesel oder Kerosin zuständig. Wegen knapper Treibstoffvorräte in Europa und den USA konnte BP im dritten Quartal in dieser Sparte hohe Gewinnmargen erzielen.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Im Vorjahr hatten unter anderem die Kosten für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko das Unternehmen noch stärker belastet und nur 5,04 Milliarden Dollar Gewinn übrig gelassen. Die Kosten für die Folgen der Ölpest bezifferte BP auf 882 Millionen Dollar vor Steuern für die ersten neun Monaten des Jahres. Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einer wieder steigenden Produktion. Indes dürften die Raffineriemargen sinken und die Margen im Petrochemiegeschäft niedrig bleiben.

Ölkonzerne: Bohren bis zur Katastrophe

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Bohren bis zur Katastrophe

Nach dem Unglück im Golf von Mexiko treiben die Multis die Jagd nach wieder Öl voran.

Der Konzern baut nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 um und trennt sich von Unternehmensteilen. Zuletzt hatte der Konzern seinen Anteil am russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP für eine Milliardensumme an den russischen Staatskonzern Rosneft verkauft.

Von

rtr

Kommentare (9)

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MEioMEi

30.10.2012, 10:18 Uhr

"Raffinerien veredeln BP Ergebnis"...was nu? Bei der letzten öffentlichen Diskussion um hohe Benzinpreise waren die Raffinerien noch defizitär!?

Ein Mensch der täglich Zeitung liest erfährt:
Die Lage ist völlig ungeklärt.
Da dies schon immer so gewesen:
Wozu da noch Zeitung lesen?

DausHH

30.10.2012, 11:10 Uhr

'Wegen knapper Treibstoffvorräte in Europa und den USA konnte BP im dritten Quartal in dieser Sparte hohe Gewinnmargen erzielen.' - kann mir das mal jemand übersetzen ?
ich dachte, hohe gewinne entstehen durch preisspielchen an den tankstellen vor feiertags- und urlaubs-wochenenden...

Grepp

30.10.2012, 11:47 Uhr

Ganz einfach: Angebot und Nachfrage regeln den Preis und damit den Gewinn!
Und "Preisspielchen" finden schon lange nicht mehr nur an Wochenenden, Feiertagen und Ferien statt, sondern TÄGLICH. Die marktbeherrschenden Konzerne Aral(BP) und Shell erhöhen täglich im Wechsel um 18.00 bzw. 21.00 Uhr die Preise um bis zu 10 ct und reduzieren dann im Laufe des folgenden Tages die Preise wieder, bis das "Spielchen" um 18.00 bzw. 21.00 Uhr wieder von vorne beginnt.

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