Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2014

10:52 Uhr

Gewinnsteigerung

Givaudan legt zu, enttäuscht aber Erwartungen

Es ist nicht so viel wie erwartet: Der Aromenspezialist Givaudan verpasst mit seiner Gewinnsteigerung die Schätzungen der Analysten. Doch der Konzern sieht sich gut aufgestellt und glaubt an weitere Umsatzsteigerung.

Das Geschäft mit Aromenexperimenten läuft: Im Givaudan-Labor nahe Zürich macht ein Mitarbeiter Tests mit Aromen der Ananas. ap

Das Geschäft mit Aromenexperimenten läuft: Im Givaudan-Labor nahe Zürich macht ein Mitarbeiter Tests mit Aromen der Ananas.

ZürichStarke Geschäfte in den Schwellenländern haben den Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan im ersten Halbjahr beflügelt. Der Branchenprimus baute seinen Gewinn um 12,6 Prozent auf 305 Millionen Franken (251 Millionen Euro) aus und bestätigte seine mittelfristigen Geschäftsziele, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit seinen Gewinnzahlen übertraf der Konkurrent der deutschen Symrise die Schätzungen von Analysten.

„Es gab Befürchtungen, dass es in den Schwellenländer möglicherweise eine Abschwächung gibt, aber das ist nicht geschehen“, sagte Konzernchef Gilles Andrier der Nachrichtenagentur Reuters. Zu dem Gewinnanstieg im Halbjahr trugen allerdings auch einmalige Einnahmen aus dem Verkauf eines Grundstücks in der Schweiz bei. An der Börse legten die Aktien um rund ein Prozent zu.

Givaudan setzte von Januar bis Juni 2,19 Milliarden Franken um und damit 1,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Werden Währungseffekte herausgerechnet, nahmen die Verkaufserlöse jedoch um 4,5 Prozent zu. Analysten hatten mit einem Umsatz in dieser Höhe gerechnet. Die operative Rendite (Ebitda-Marge) stieg auf 25,6 Prozent von 22,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Bei den Riechstoffen stach das Geschäft mit Düften für Luxusparfüms heraus: Hier kletterten die Verkaufserlöse dank kräftiger Nachfrage in Lateinamerika währungsbereinigt um fünf Prozent. Zu dem Wachstum trugen auch neue Verträge mit wichtigen Kunden bei. Nicht so rund lief es dagegen im Segment Mundpflege: Die starken Verkaufsergebnisse des Vorjahres konnte das Unternehmen nicht wiederholen. Insgesamt nahm der Umsatz im Riechstoffgeschäft währungsbereinigt um 4,8 Prozent zu.

Dufthersteller: Übernahmefantasie treibt Symrise-Aktie an

Dufthersteller

Übernahmefantasie treibt Symrise-Aktie an

Der japanische Konzern Ajinomoto ist angeblich an dem Dufthersteller Symrise interessiert. Die Übernahmespekulationen ließen die Symrise-Aktie in die Höhe schnellen. Ob Ajinomoto wirklich Interesse hat, ist unsicher.

Die hohe Nachfrage aus Schwellenländern in Asien und Lateinamerika trieb auch das Aromengeschäft an. Insgesamt stieg der Umsatz in diesem Bereich währungsbereinigt um 4,3 Prozent. In Nordamerika und Westeuropa seien die Marktbedingungen hier allerdings schwierig gewesen. Zweistellige Wachstumsraten erzielte Givaudan in China, Indonesien, in den Philippinen und in Vietnam.

Wie auch die großen Rivalen Symrise, IFF und Firmenich profitiert Givaudan von den sich ändernden Lebensgewohnheiten in vielen Schwellenländern. Produkte wie Snacks, Fertiggerichte oder Süßwaren werden dort immer beliebter. Zudem können sich dort inzwischen immer mehr Menschen teure Parfüms und Pflegeprodukte leisten. Dieser Trend treibt die Geschäfte der internationalen Hersteller schon seit einigen Jahren an.

Seine mittelfristigen Geschäftsziele bekräftigte Givaudan. Der Konzern will bei einem erwarteten Marktwachstum zwischen zwei und drei Prozent seinen Umsatz aus eigener Kraft währungsbereinigt um jährlich 4,5 bis 5,5 Prozent ausbauen. Wie es um die Geschäfte von Symrise zum Halbjahr bestellt ist, dürfte am 7. August deutlich werden. Dann will der Konkurrent aus Holzminden in Niedersachsen seinen Halbjahresbericht vorlegen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×