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22.06.2011

09:51 Uhr

Gewinnwarnung

Philips versinkt im Dunkel

Der niederländische Elektronikriese hat Probleme im Markt für Leuchten. Die Aktie stürzt ab. Der Trend in der Branche könnte auch Konkurrenten wie Siemens treffen.

Philips-Messestand auf der Ifa in Berlin. Quelle: ap

Philips-Messestand auf der Ifa in Berlin.

AmsterdamPhilips bereitet die Börsen auf karge Zeiten vor. Das Geschäft laufe im zweiten Quartal schlechter als bislang erwartet, teilte der Elektronikkonzern am Mittwoch in Amsterdam mit. Die Nachfrage nach Leuchtmitteln und Konsumelektronik schwächele, vor allem in Westeuropa. Das starke Wachstum in der dritten Sparte, der Gesundheitstechnik, könne dies nicht vollständig auffangen.

Die Investoren reagierten enttäuscht auf die Neuigkeiten, der Aktienkurs verlor zum Handelsbeginn rund zehn Prozent. Die Warnung belastete auch den Kurs des Münchener Technologiekonzerns Siemens, der über seine Tochter Osram zu den Hauptkonkurrenten von Philips in der Lichtsparte zählt.

In dem Geschäftsbereich liege das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) im zweiten Quartal voraussichtlich bei 85 Millionen Euro, in der Unterhaltungselektronik bei 50 Millionen Euro, teilte Philips weiter mit. Damit liegen die beiden Sparten deutlich unter den im ersten Quartal sowie im entsprechenden Vorjahresmonat erzielten Ergebnissen. Die genauen Zahlen will das Unternehmen am 18. Juli vorlegen.

Der neue Philips-Chef Frans van Houten reagiert auf die enttäuschende Geschäftentwicklung mit weiteren Einsparungen: Das Management werde in Kürze ein konzernweites Sparprogramm bekannt geben, teilte das Unternehmen mit. Zudem gab es bekannt, dass van Houten vorübergehend auch die Leitung der Beleuchtungssparte übernehmen werde. Deren Chef Rudy Provoost hatte vor einigen Wochen angekündigt, das Unternehmen zu verlassen.

Eine andere Großbaustelle hatte der Konzern unlängst geschlossen: Die defizitäre TV-Sparte wird in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Bildschirmhersteller TPV ausgegliedert. Dadurch soll das Geschäft fit gemacht werden für den harten Wettbewerb mit den asiatischen Konkurrenten wie Samsung und LG.

Kommentare (1)

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Ex-Kunde

22.06.2011, 10:15 Uhr

Tja, so kann es gehen.
Vor Jahren hatte ich ein Gerät von Philips, bei dem das Ladegerät defekt war. Obwohl Nachfolgemodelle exakt dasselbe Netzteil haben, war die lapidare Antwort: "Mein Modell wird nicht mehr unterstützt, man könne mir leider nicht helfen."
Meine Antwort war, kein Gerät von Philips mehr zu kaufen, denn Null Service haben die Japaner auch. Ein billiges Netztteil vom Conrad hat es dann auch gebracht.
Wir lernen: Hochmut kommt vor dem Fall.

Und was macht das Manangment: Es spart weiter - vermutlich an den Mitarbeitern und am Service.
Also der Standardreflex der Unfähigen!

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