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28.06.2012

11:59 Uhr

Gewinnwarnungen

Die Krise erreicht deutsche Konzerne

VonUlf Sommer

Mehrere deutsche Konzerne mussten ihre Ertragsprognosen nach unten korrigieren. Auch in den USA ist nach einigen Gewinnwarnungen die Sorge groß. Die jüngsten Symptome wecken böse Erinnerungen.

Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet im Görlitzer Turbinenwerk an einem Rotor. Auch der deutsche Großkonzern bleibt von der Krise nicht verschont. dpa

Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet im Görlitzer Turbinenwerk an einem Rotor. Auch der deutsche Großkonzern bleibt von der Krise nicht verschont.

DüsseldorfFast schien es, als ob Deutschland unverwundbar wäre, ein Bollwerk, seltsam entkoppelt vom Rest der Welt. Während in Europa ein Staat nach dem anderen in die Rezession rutschte, trotzten deutsche Konzerne dem Abschwung, auch weil sie ihre Erträge fernab der Krisenländer erwirtschaften. Doch mit dieser Herrlichkeit ist es vorbei.

Zuletzt kam Salzgitter mit einer Gewinnwarnung. Der Unternehmensbereich Stahl werde das laufende Jahr wohl mit Verlust abschließen. Grund ist die Schuldenkrise, derentwegen sich Händler mit Bestellungen zurückhalten. Das beschert weniger Umsätze und Gewinne. Bislang hatte Salzgitter ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Die Aktie verlor fünf Prozent.

Zuvor hatte Siemens am Dienstag seine Anleger auf schlechtere Zeiten vorbereitet. „Unglücklicherweise haben wir in den letzten acht Wochen im kurzzyklischen Geschäft eine deutlich schwächere Entwicklung gesehen, als wir ursprünglich gedacht hatten“, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er bezog sich ausdrücklich auf die besonders konjunkturempfindlichen Sparten Industrieautomation und Antriebstechnik.

Der Dämpfer des nach Börsenwert größten deutschen Konzerns verheißt für die Industrie nichts Gutes. Vor allem Maschinenbaufirmen sind Kunden bei den von Siemens genannten Sparten. Sie dürften als Nächstes unter der Nachfrageschwäche leiden. Der Maschinenbau ist das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Prompt verschlechterte sich gestern das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie. Die Mehrheit der Firmen schätzt die Aussichten mit Blick auf sechs Monate negativ ein.

Am meisten schockierte die Märkte aber die Gewinnwarnung von Infineon. Die Aktie brach um 13 Prozent ein. Der Chiphersteller teilte mit, dass die Umsätze gegenüber dem Vorquartal sinken und die Profitabilität nicht mehr die Erwartungen erfüllen werde. Noch Anfang Mai hatte sich Infineon zuversichtlich zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung geäußert.

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