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27.07.2011

12:14 Uhr

Gewinnzuwachs

Asien und Lateinamerika machen Puma froh

Für Franz Koch waren es die ersten Zahlen. Und der neue Puma-Chef konnte gleich Positives vermelden. Der Sportartikelhersteller konnte im zweiten Quartal kräftig zulegen.

Der neue Vorstandsvorsitzende von Puma, Franz Koch: tolle Zahen. Quelle: dapd

Der neue Vorstandsvorsitzende von Puma, Franz Koch: tolle Zahen.

HerzogenaurachTrotz Rekordumsätzen sorgt sich der neue Chef des Sportartikelherstellers Puma um die Zukunft der Marke mit der Raubkatze. „Wir müssen die Attraktivität unserer Produkte und unserer Marke wieder aufbauen. Das hat strategische Priorität“, sagte Franz Koch am Mittwoch in einer Telefonkonferenz, bei der er erstmals die Geschäftszahlen präsentierte. Erst am Montag hatte sich Puma von seiner Produktchefin Melody Harris-Jensbach getrennt. Die Amerikanerin war 2008 vom langjährigen Firmenchef Jochen Zeitz an Bord geholt worden und galt lange Zeit als Kronprinzessin, nachdem Zeitz den Wechsel zur Konzernmutter PPR angekündigt hatte. Der Manager machte allerdings seinen 32-jährigen Zögling Koch zum Nachfolger und behält als Puma-Verwaltungsratschef nach wie vor die Fäden in der Hand.

Die Kleidung und Schuhe des kleineren Adidas-Rivalen waren allerdings zuletzt so stark gefragt wie nie zuvor. Im zweiten Quartal erwirtschaftete Puma einen Umsatzrekord von 674 Millionen Euro. Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa ein Zehntel. Der Gewinn kletterte im gleichen Umfang auf 37,6 Millionen Euro. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit einem Überschuss von gut fünf Millionen Euro mehr gerechnet. Ähnlich wie bei den Konkurrenten Nike und Adidas kommt bei den Herzogenaurachern die Rohertragsmarge wegen steigender Materialkosten unter Druck. Der Wert sank binnen Jahresfrist um knapp einen Punkt auf 49,1 Prozent. Vorstandschef Koch kündigte an, sein Haus werde sich dem Verfall entgegenstemmen und künftig das Renditeniveau auch mit Preiserhöhungen verteidigen.

Für das Gesamtjahr hielt Koch an der Umsatzprognose von drei Milliarden Euro fest. Allerdings wies der Manager darauf hin, dass die Renditen unter Druck bleiben. So würden Preissteigerungen bei Rohstoffen und Löhnen in Asien weiterhin die Rohertragsmarge beeinflussen. Die Kosten für Baumwolle und Gummi seien in den vergangenen Monate stark gestiegen, zuletzt habe der Baumwollpreis allerdings wieder etwas nachgegeben.

Puma werde beim operativen Ergebnis im laufenden Jahr wie geplant eine einstellige Wachstumsrate erreichen, bekräftigte Koch. Für einzelne Produktsegmente müssen Puma-Kunden daher demnächst tiefer in die Tasche greifen: Die Preise würden in manchen Bereichen ab dem Winter um zehn Prozent erhöht, kündigte Koch an. Weitere Zukäufe wie zuletzt die Komplettübernahme des Sockenherstellers Dobotex seien zunächst nicht geplant. „Wir werden im zweiten Halbjahr organisch wachsen. Akquisitionen stehen nicht auf der Tagesordnung“, sagte Koch.

Von

rtr

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