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26.12.2015

15:43 Uhr

Gigaliner-Feldversuch

Haben die Riesen-Laster eine Zukunft?

Noch gut zwölf Monate läuft der Versuch mit überlangen Lkw auf deutschen Straßen. Danach soll ausgewertet werden. Trotz einiger Sicherheitsbedenken deuten die Ergebnisse bislang auf eine positive Bilanz hin.

Gigaliner wie dieser dürfen nur mit Sondergenehmigung auf deutschen Autobahnen unterwegs sein. dpa

In einem Jahr endet der Feldversuch

Gigaliner wie dieser dürfen nur mit Sondergenehmigung auf deutschen Autobahnen unterwegs sein.

Sindelfingen/BerlinEtwas weiter muss Sonja Bauer schon ausholen, als sie vom Parkplatz vor dem Tor 5 des Mercedes-Werks in Sindelfingen auf die vierspurige Straße einbiegt. Vorsichtig manövriert sie an der Verkehrsinsel vorbei. Sie fährt einen Lang-Lkw, der mit 25,25 Metern sechs Meter mehr misst, als die sonst zugelassenen Fahrzeuge. Etwas Gewöhnung brauchte es schon am Anfang, gibt Sonja Bauer zu und lächelt.

Seit zwei Monaten fährt Sonja Bauer zusammen mit ihrem Mann in einem der extra-langen Lastwagen zwischen dem Lager in Landau an der Isar und dem Werk Sindelfingen hin und her. Seit diesem Herbst dürfen die Riesenlaster über ausgewiesene Strecken in Baden-Württemberg rollen.

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Quadratisch mag ja praktisch und gut sein, aber rechteckig kann nerven: Damit großformatige LKW sich schnittig in den Wind stellen, gibt es verschiedene Ansätze. Einer kommt jetzt auf deutsche Straßen.

Angefahren werden vorwiegend Standorte des Autobauers Daimler, auf dessen Druck sich die Landesregierung im Südwesten dem seit 2012 laufenden Feldversuch der Bundesregierung angeschlossen hatte. Insgesamt haben sich inzwischen zwölf Bundesländer zu dem Versuch entschieden, wenn auch teilweise mit Ausnahmen.

135 Lang-Lkw sind bundesweit angemeldet. In den kommenden Monaten wird sich entscheiden, ob der Test zur Regel wird. Bis Ende 2016 ist das Experiment angelegt. Dann wird ausgewertet: Erst wenn der Endbericht vorliegt, könne die Zulassung der Fahrzeuge für den Regelbetrieb vorbereitet werden, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Länder dürfen über den Bundesrat mitreden, der einer entsprechenden Verordnung zustimmen müsste.

Ein Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen im Herbst 2014 stellte Kraftstoffeinsparungen von 15 bis 25 Prozent fest - und damit auch eine Verringerung des CO2-Ausstoßes. Zwei Lang-Lkw fassen das Volumen von drei herkömmlichen Lastwagen.

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