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30.11.2012

16:10 Uhr

Gleichbehandlung

VW bezahlt Leiharbeiter genauso gut wie Stammpersonal

Zeitarbeiter bei VW sollen künftig dasselbe Gehalt erhalten wie die Stammbelegschaft. Das hat der Wolfsburger Konzern mit dem Betriebsrat ausgehandelt. Betriebsratschef Osterloh spricht von einem „Meilenstein“.

Volkswagen-Mitarbeiter in Wolfsburg: Leiharbeiter und Stammbeschäftigte sollen in Zukunft ähnlich viel Gehalt bekommen. dpa

Volkswagen-Mitarbeiter in Wolfsburg: Leiharbeiter und Stammbeschäftigte sollen in Zukunft ähnlich viel Gehalt bekommen.

HamburgVolkswagen will die Bezahlung von Leiharbeitern weltweit an die der Stammbelegschaft heranführen. Dazu vereinbarte der Gesamtbetriebsrat mit dem Vorstand einen Stufenplan, wie der Wolfsburger Konzern am Freitag mitteilte. Details sollen in den einzelnen Tochtergesellschaften ausgehandelt werden. Als Richtgröße wurden ein Anteil von fünf Prozent Zeitarbeitern an der Gesamtbelegschaft festgelegt. Die Ziele soll einem Insider zufolge mittelfristig erreicht werden, also binnen drei bis fünf Jahren.

Bei VW sind derzeit rund um den Globus zwischen sieben und acht Prozent der Belegschaft Leiharbeitskräfte, die in der Regeln weniger verdienen als ihre fest angestellten Kollegen. Weltweit arbeiten etwa 550.000 Mitarbeiter in dem Konzern; allein in den sechs westdeutschen Werken sind es rund 100.000. In Deutschland hat Volkswagen die Bezahlung von Zeitarbeitern bereits an die der übrigen Beschäftigten angeglichen. Begleitet wird dies von Qualifizierungsangeboten. Im Frühjahr hatte VW zudem angekündigt, bis zum Jahresende etwa 3000 Leiharbeitskräfte fest anzustellen.

„Mit dieser Vereinbarung setzen wir erneut einen Meilenstein für die Gleichbehandlung von Arbeitnehmern“, betonte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Zeitarbeiter seien keine Beschäftigten zweiter Klasse. Mit der Vereinbarung setze sich der Konzern für angemessene Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen von Zeitarbeitnehmern ein, fügte Vorstandschef Martin Winterkorn hinzu.

IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, die neue Charta von VW trage dazu bei, dass die Zahl der Zeitarbeiter in einem angemessenen Verhältnis zur Stammbelegschaft stehe. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hätten vereinbart, Zeitarbeit nicht als Instrument zur Kostensenkung einzusetzen.

Von

rtr

Kommentare (9)

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sulovsky

30.11.2012, 17:17 Uhr

Das kann man nur begrüßen.
Aber:
Leiharbeiter müssen mehr verdienen
als die Stammbelegschaft. Denn Sie
tragen ein höheres Risiko arbeitslos
zu werden. Vorausgesetzt sie erbringen
die gleiche Leistung.

audi

30.11.2012, 18:17 Uhr

Ich finde, die Arbeiter aus Timbuktu müssen mehr verdienen, als ein deutscher Arbiter, denn er hat mehr Kinder zu ernähren.

Catrin

30.11.2012, 18:20 Uhr

Ich habe ein Übernahmeangebot bei einer Stammfirma ablehnen müssen,da der Nettobetrag den die Zeitarbeit mir bezahlt höher ist als das Nettogehalt,das mir die Stammfirma geboten hat.... unglaublich aberleider wahr!

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