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27.06.2012

07:53 Uhr

Glencore und Xstrata

Katar gefährdet Fusion der Rohstoff-Riesen

Katar ist zweitgrößter Aktionär beim Rohstoff-Giganten Xstrata - nach Glencore. Bei der Fusion beider Unternehmen hat der Golfstaat jetzt überraschend seine Forderungen erhöht. Glencore muss sein Angebot aufstocken.

Der Rohstoff-Riese Glencore muss sein Angebot für Xstrata-Papiere aufstocken. Das verlangt Katar. Reuters

Der Rohstoff-Riese Glencore muss sein Angebot für Xstrata-Papiere aufstocken. Das verlangt Katar.

ZugDer Golfstaat Katar gefährdet mit einer überraschenden Preis-Nachforderung in letzter Sekunde den Zusammenschluss der Rohstoff-Giganten Glencore und Xstrata im Volumen von 30 Milliarden Dollar. Der Golfstaat erklärte in der Nacht zum Mittwoch, Glencore müsse 3,25 eigene Aktien für jeden Xstrata-Anteilsschein bezahlen und nicht wie bislang geplant 2,8.

Wie mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters berichteten, machen die Forderungen es den Unternehmen sehr schwer, die Fusion wie vereinbart durchzuziehen. Glencore müsse sein Angebot entweder bis Donnerstagabend aufstocken oder für Mitte Juli angesetzte Aktionärsversammlungen verschieben, hieß es. Katar ist nach Glencore der zweitgrößte Aktionär von Xstrata und spielt daher bei dem Zusammenschluss eine wichtige Rolle.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Die Forderung von Katar folgt auf den Ärger anderer Aktionäre über großzügige Manager-Vergütungen. Der Staatsfonds des Landes erklärte, noch immer den Sinn des Zusammenschlusses anzuerkennen. Er wolle jedoch günstigere Bedingungen erreichen. Ein Banker vermutete hinter der Nachforderung eine koordinierte Aktion mehrerer Aktionäre.

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Die Fusion zwischen dem weltgrößten Rohstoffhändler Glencore und dem Bergbaukonzern Xstrata ist bereits vor geraumer Zeit von den Führungen beide Unternehmen vereinbart worden. Es wäre der größte Zusammenschluss in der Branche seit 2007, als der australische Bergbauriese Rio Tinto den Aluminiumkonzern Alcan für 38 Milliarden Dollar übernahm und damit zugleich eine neue Rekordmarke setzte. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in der Schweiz.

Von

rtr

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