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17.02.2017

11:37 Uhr

GM-Chefin Mary Barra

Opel soll auch bei Verkauf erhalten bleiben

Opel soll auch nach einem möglichen Verkauf an Peugeot als eigenständiger Autobauer erhalten bleiben. Das hat GM-Chefin Mary Barra laut einem Bericht zugesagt. Doch die geplante Übernahme sorgt weiter für Verunsicherung.

In der Belegschaft steigt die Angst vor einem weiteren Personalabbau dpa

Opel-Werk in Kaiserslautern

In der Belegschaft steigt die Angst vor einem weiteren Personalabbau

RüsselsheimOpel kann einem Medienbericht zufolge darauf hoffen, nach einem Verkauf an Peugeot vorerst eigenständig zu bleiben. Das habe die Chefin des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors, Mary Barra, bei ihrem Besuch in Rüsselsheim am Mittwoch zugesagt, berichtete das „Manager-Magazin“ am Freitag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Verhandlungskreise.

Demzufolge soll Barra erklärt haben, Peugeot-Chef Carlos Tavares wolle zunächst auf Kontinuität setzen. Der amtierende Opel-Vorstand solle im Amt bleiben. Das beinhalte auch den aktuellen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Opel lehnte eine Stellungnahme ab.

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Laut dem Bericht ist ein Verkauf der deutschen Tochter das klare Ziel der Gespräche von GM mit PSA Peugeot Citroën. Für die Franzosen sei dagegen auch eine Vertiefung der seit 2012 bestehenden Kooperation der Marken vorstellbar. GM-Chefin Barra soll PSA unter anderem angeboten haben, die Elektroplattform des amerikanischen Konzerns gegen eine Lizenzgebühr in Europa zu nutzen. Opel-Chef Neumann will die Marke dem Magazin zufolge bis 2030 in einen reinen Anbieter von Elektroautos umwandeln. Dieses Szenario sei auch für die PSA-Führung denkbar. GM bringt gerade mit dem Chevrolet Bolt und dem Opel Ampera-e zwei Elektroautos auf den Markt, die eine Reichweite von 500 Kilometern haben sollen.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der US-Konzern General Motors sich von seiner europäischen Tochter Opel und deren britischen Schwester Vauxhall trennen und beide Marken an die Franzosen abtreten will. Die mögliche Übernahme schreckt die deutsche Politik auf. In der Opel-Belegschaft steigt die Angst vor einem weiteren Personalabbau, weil beide Massenhersteller um die gleiche Kundschaft buhlen. Am Freitag wollen Betriebsrat und IG Metall die Belegschaften der drei Opel-Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach informieren.

Die Opel-Produktionsstandorte in Europa

Rüsselsheim

Am Opel-Hauptstandort arbeiten 15.040 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 4000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.

Kaiserslautern

Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2140 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.

Eisenach

In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1850 Menschen.

Polen

Im polnischen Gliwice sind knapp 3270 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 410 Beschäftigte Motoren her.

Spanien

In Figueruelas bei Saragossa laufen Corsa, der SUV Mokka und bald auch der Stadt-SUV Crossland X vom Band. Der Standort hat 5080 Arbeitsplätze.

Großbritannien

Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1830 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.

Der Standort Luton nördlich von London hat 1530 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.

Österreich

Im Werk Aspern nahe Wien arbeiten 1390 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.

Ungarn

Motoren und Komponenten produziert auch die Fabrik in Szentgotthard mit 1210 Arbeitnehmern.

Italien

In Turin gibt es noch ein Zentrum zur Entwicklung von Dieselmotoren mit 700 Mitarbeitern.

Für Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist die Übernahme durch Peugeot ausgemachte Sache. „Ich gehe davon aus, dass das stattfindet“, sagte Zypries am Donnerstag in Berlin. Sie wolle aber nicht von Übernahme, sondern von einem Zusammenschluss sprechen, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Gespräche mit den Firmenchefs von GM und Peugeot habe es inzwischen gegeben. „Ich persönlich nicht, aber es wurden Gespräche geführt“, sagte sie. Die Unternehmen befänden sich derzeit mitten in den Verhandlungen. Daher seien Zusagen derzeit noch kaum möglich. „Wir tun alles dafür, dass der Standort gesichert bleibt, dass vor allen Dingen die Forschung in Deutschland bleibt. Das ist unser oberstes Ziel“, sagte Zypries.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.02.2017, 10:59 Uhr

Das Logo von Opel und die Plattform der Opel Produkte (Patente,Lizensen) werden freilich weitergeführt. Sagt aber nichts über den Erhalt der Opel Arbeitsplätze aus. Opel scheint mir sehr entschlossen zu sein an Peugeot zu verkaufen. Ansonsten würde Mary Barra nicht schon so zeilstrebig sprechen.

Herr Herbert Maier

17.02.2017, 11:12 Uhr

Richtig! Und das Wetter soll nächstes Jahr auch gut werden!

Herr Franz Paul

17.02.2017, 11:34 Uhr

Die Aussagen einer amerikanischen "Top-Managerin" haben etwa so viel Gehalt und Bestand wie die einer deutschen "Spitzenpolitikerin" vor einer Wahl.

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