Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2017

09:42 Uhr

GM-Chefin

Warum Mary Barra Opel loswerden will

Seit drei Jahren trimmt Konzernchefin Mary Barra General Motors auf Gewinn. Für den Profit opfert sie Tradition, Prestige und Größe. Nun nimmt sich die mächtigste Frau der Autowelt Opel vor - und verfolgt einen Plan.

Vor drei Jahren übernahm die Managerin den amerikanischen Autokonzern General Motors. Seitdem trimmt sie das Unternehmen radikal auf Gewinn. dpa

Mary Barra

Vor drei Jahren übernahm die Managerin den amerikanischen Autokonzern General Motors. Seitdem trimmt sie das Unternehmen radikal auf Gewinn.

DetroitFast 90 Jahre verbinden den US-Mutterkonzern General Motors (GM) mit der deutschen Tochter Opel - doch eine Erfolgsgeschichte ist es schon lange nicht mehr. Seit 1999 verdient GM mit seinem Europageschäft um Opel kein Geld mehr. Da passt es zur Strategie von GM-Chefin Mary Barra, dass die Amerikaner nun erwägen, Opel an die französische PSA Gruppe zu verkaufen. Für Barra zählt vor allem Profit. Tradition, Prestige und Größe sind für sie nachrangig. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall aber machten seit 2009 mehr als neun Milliarden Dollar Verlust: Ballast in Barras Business-Plan.

Kasse statt Masse - so lautet Barras Motto. Das wird immer klarer seitdem die 55-Jährige den Spitzenjob beim US-Marktführer Anfang 2014 übernahm. Die führenden Autokonzerne wie GM, Toyota oder Volkswagen wetteifern bislang als globale Allrounder um den stärksten Absatz. Sie sind in jedem größeren Markt präsent und liefern sich einen Kampf um teuer bezahlte symbolische Erfolge wie die Marke von zehn Millionen verkauften Neuwagen pro Jahr. Barra will da nicht mehr mitspielen - und ist bereit, mit dem Opel-Verkauf aus der Champions League auszusteigen.

Übernahmegespräche

So weit ist der Peugeot-Opel-Deal

Übernahmegespräche: So weit ist der Peugeot-Opel-Deal

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die mächtigste Frau der Autowelt hat schon früher bewiesen, dass sie radikale Schritte nicht scheut. GM zog sich unter ihrer Führung aus Thailand und Indonesien zurück. Auch dort liefen die Geschäfte schlecht, die Aussichten waren trüb. In Russland stieg Barra nach der Wirtschaftskrise und steigenden politischen Risiken aus, nahm hohe Abschreibungen in Kauf. 2013 hatte GM die Produktion in Australien aufgegeben. Nun könnte das Europageschäft mit der deutschen Tochter Opel folgen.

Verhandlungen zwischen GM und PSA: Kampf um Opel wird zum Politikum

Verhandlungen zwischen GM und PSA

Premium Kampf um Opel wird zum Politikum

Die Arbeitnehmer sehen im Vorstoß von Peugeot-Citroën auch eine Chance. Denn PSA hat unter der Führung von Carlos Tavares ein paar Pluspunkte zu bieten. Derweil droht ein politischer Streit zwischen Berlin und Paris.

„Es ist ein großer Markt für einen Ausstieg, sie wären dann kein wirklich global aufgestellter Autobauer mehr“, gibt Experte David Whiston vom Analysehaus Morningstar zu bedenken. Doch diese Konsequenz sei eben, was den „neuen GM-Konzern“ auszeichne. Statt Größe stehe nun Ertragskraft im Vordergrund. Während Gewerkschafter und Politiker in Deutschland aus Sorge um Opel-Jobs auf die Barrikaden gehen, gibt es von Anlegern und Analysten Beifall für Barra. „GM trifft smarte Entscheidungen. Wenn Du Geld mit Autos verlierst, hör auf sie zu bauen“, kommentierte etwa Barclays-Experte Brian Johnson.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×