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07.02.2017

14:35 Uhr

GM in Europa

Opel verpasst die schwarzen Zahlen

Opel-Chef Neumann wollte 2016 schwarze Zahlen verkünden. Doch nun steht wieder ein Verlust in der Bilanz. Der Autobauer gibt dem Brexit die Schuld – Experten sehen bei Opel aber immer noch hausgemachte Probleme.

Opel-Verkauf

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Rüsselsheim/Detroit Der Autobauer Opel ist auch 2016 nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. Die US-Mutter General Motors (GM) wies am Dienstag für ihr Europa-Geschäft einen Jahresverlust von 257 Millionen Dollar aus. Das ist zwar eine Verbesserung von rund 600 Millionen Dollar gegenüber 2015. Opel wollte aber erstmals seit 1999 wieder die Gewinnschwelle erreichen.

Dass es dazu nicht kam, lag nach Angaben von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Referendum der Briten für einen Austritt aus der EU: „Unser Kurs stimmt: Ohne das Brexit-Votum und den Absturz des britischen Pfunds hätten wir ein positives Jahresergebnis erzielt.“ Trotz des Verlustes sei es das beste Quartal für GM Europa in der Geschichte gewesen und zudem das beste Jahresergebnis seit zehn Jahren.

Unmittelbar nach der Abstimmung über den EU-Austritt der Briten hatte Neumann vor zusätzlichen Risiken in Höhe von 363 Millionen Euro gewarnt. Experten sehen bei Opel allerdings immer noch hausgemachte Probleme.

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Großbritannien ist weit vor Deutschland der wichtigste Einzelmarkt für die Blitzmarke, die auf der Insel unter dem historischen Namen Vauxhall antritt. Britische Autokäufer hielten sich nach dem Brexit-Votum merklich zurück. 289.000 Vauxhall wurden dort nach Firmenangaben 2016 noch verkauft, satte 23.000 weniger als im Jahr zuvor. In den anderen Märkten Europas konnte Opel hingegen zulegen und schaffte inklusive UK mit 1,16 Millionen Fahrzeugen ein Absatzplus von vier Prozent.

Opel rechnet in Euro ab und musste daher schlagartig Währungsverluste bei jedem Autoverkauf auf der britischen Insel verkraften, lautet eine zentrale Begründung Neumanns für die schlechten Zahlen. Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut der Universität Duisburg-Essen hält das allein nicht für schlüssig. Er sagt: „Ford verkauft auf der Insel weit mehr Autos als Opel und leidet daher viel stärker unter der Pfundabwertung, hat aber trotzdem 2016 einen soliden Europagewinn von 1,2 Milliarden Dollar vor Steuern erzielt.“

Opel habe zudem mit den Werken in Ellesmere Port und Luton (Astra, Vivaro) derzeit ein erhebliches Plus gegenüber den Herstellern, die nicht auf der Insel produzieren. „Die Wagen können mit einem Preisvorteil von mindestens 6 Prozent in die übrige EU verkauft werden“, meint Dudenhöffer.

Das werde dauerhaft nicht so bleiben, warnt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Er rechnet mit Zollschranken zwischen EU und Vereinigtem Königreich: „Für die EU wird es sehr schwer werden, keine Zölle zu erheben, weil man sonst Austrittsbestrebungen anderer Länder Tür und Tor öffnen würde.“ Zölle aber seien Gift für die Hersteller: „Autos werden heute in internationalen Wertschöpfungsnetzwerken produziert. Dieses System würde durch Zollschranken nachhaltig behindert.“

Kommentare (2)

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Herr Max Marx

07.02.2017, 17:07 Uhr

Alle Wiederbelebungsversuche werden scheitern. Ohne weltweiten Autoverkauf ist Opel tot.

Account gelöscht!

07.02.2017, 17:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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