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06.03.2012

11:32 Uhr

GM-Pläne

Opel-Sanierung soll bis Sommer stehen

Nach erneuten Verlusten steht Opel eine harte Sanierung ins Haus. Mutterkonzern will die Kapazitäten der defizitären Tochter reduzieren - und enger mit dem neuen Partner PSA Peugeot Citroën kooperieren.

Der Opel-Niederlassung Bochum drohen düstere Zeiten. Reuters

Der Opel-Niederlassung Bochum drohen düstere Zeiten.

GenfDie defizitäre GM-Tochter Opel erwartet bis zum Sommer Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern über weitere Einsparungen. „Realistisch gesehen, wird das noch zwei, drei Monate dauern“, sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke am Dienstag auf den Autosalon in Genf. Opel führe derzeit Gespräche mit den Gewerkschaften „an allen Standorten“. fügte er hinzu. Stracke vermied es, Werksschließungen kategorisch auszuschließen. „Wir halten uns an die Verträge“, bekräftigte er zwar. Andererseits müsse Opel profitabel arbeiten. „Die Eurokrise wird es weisen.“ Kein Unternehmen könne dauerhaft Verluste schreiben, betonte der Opel-Chef. 

GM-Strategiechef Steve Girsky fügte hinzu, Einsparungen seien nicht allein ein Thema der Arbeitskosten. GM wolle mit seinem neuen Partner Peugeot die Materialkosten senken und in der Logistik effektiver arbeiten. Der amerikanische und der französische Autobauer hatten vergangene Woche eine Allianz vereinbart, die Milliarden-Einsparungen vor allem in Europa bringen soll. Der Einkauf soll zusammengelegt werden, Plattformen und Technologien gemeinsam genutzt werden. Werksschließungen soll es ebenso wenig geben wie Stellenstreichungen. Zunächst wollen die Firmen Klein- und Mittelklassewagen gemeinsam entwickeln. Das erste Auto auf Basis einer gemeinsamen Architektur wurde für 2016 angekündigt. Von dann an soll der Bund Einsparungen von jährlich 1,5 Milliarden Euro einspielen. Bis dahin müssen Opel und Peugeot ihre Kosten auf eigene Faust senken. 

Girsky machte deutlich, dass Kapazitätsabbau kein Thema von GM alleine sei, sondern die gesamte Branche betreffe. Zugleich hob auch er hervor, dass Opel profitabel arbeiten müsse. „Wir müssen den Trend drehen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit viel Geld verloren.“ Experten gehen davon aus, dass dies nicht allein mit Hilfe der Allianz gelingen kann, sondern Opel und Peugeot nicht umhin kommen werden, auch Standorte zu schließen. Während GM im vergangenen Jahr mit bereinigt 8,3 Milliarden Dollar den höchsten Betriebsgewinn seiner Geschichte erzielt hatte, schrieb die Rüsselsheimer Tochter vor Steuern und Zinsen 700 Millionen Dollar Verlust, davon 600 Millionen allein im Schlussquartal. Die Gruppe PSA Peugeot Citroén machte allein in der zweiten Jahreshälfte 2011 ein Minus von rund einer halben Milliarde Euro. 

Die mit dem Opel-Betriebsrat und der Gewerkschaft in der zurückliegenden Sanierungsrunde geschlossenen Verträge schließen Werksschließungen und weiteren Personalabbau bis Ende 2014 aus. Europaweit waren damals 8000 der einst 48.000 Arbeitsplätze gestrichen worden, um spätestens 2012 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. GM hatte sich im vergangenen Jahr von seinem Ziel verabschiedet, das Europageschäft mit Opel und Vauxhall bereits 2011 aus den Verlusten zu führen, weil die Verkäufe angesichts der Staatsschuldenkrise in Südeuropa eingebrochen waren. Girsky wollte keine Prognose wagen, ob Opel bereits im laufenden Jahr die Kehrtwende schaffen könne. „Wir sitzen nicht hier und hoffen, dass sich der Markt in Europa deutlich erholen wird“, sagte er.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Harry_F

06.03.2012, 13:34 Uhr

Macht den Laden dicht.
Um die Mitarbeiter tut es mir leid, aber die Autos braucht kein Mensch. Da gibt es bei anderen Herstellern viel mehr fürs Geld.
GM - Autos für die Unterschicht
billig - primitiv - einfach schlecht

Joachim

06.03.2012, 14:32 Uhr

GM soll der Firma Opel nicht div. Märkte sperren, dann sehen die Absatzzahlen wohl anders aus.

Account gelöscht!

06.03.2012, 15:05 Uhr

Manche Kommentare sind einfach schlecht, denn sie sind billig und primitiv.

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