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04.01.2016

15:40 Uhr

GM steigt bei Lyft ein

Opel-Mutter investiert halbe Milliarde in Uber-Konkurrenten

VonLukas Bay

Uber bekommt es mit einem Riesen der Autoindustrie zu tun. General Motors steigt beim ärgsten Konkurrenten Lyft ein – und will nun den Traum vom fahrerlosen Taxi vorantreiben.

General Motors investiert in den Uber-Konkurrenten. ap

Wagen von Lyft in San Francisco

General Motors investiert in den Uber-Konkurrenten.

DüsseldorfNun steigt auch General Motors in das Wettrüsten um die Mobilität von Morgen ein. 500 Millionen Dollar (rund 460 Millionen Euro) investiert der Autoriese in den US-Fahrtenvermittler Lyft – den größten Konkurrenten von Uber. Der Einstieg ist Teil einer neuen Finanzierungsrunde, mit der Lyft rund eine Milliarde Dollar einsammeln will, und es ist die bislang größte Investition eines klassischen Autobauers in ein Mobilitäts-Start-up.

Auch personell stärkt der Autoriese seinen Einfluss. GM-Präsident Dan Ammann soll in den Vorstand von Lyft aufrücken. Die Autoindustrie werde sich in den kommenden fünf Jahren stärker verändern, als in den 50 Jahren zuvor, betonte Ammann, „und wir wollen sicherstellen, dass wir bei diesem Wandel an vorderster Front dabei sind.“

Darum spricht der GM-Manager auch lieber über eine Allianz als eine Kooperation. In etlichen Städten will GM den Lyft-Fahrern eine Flotte von Fahrzeugen bereitstellen, die kurzfristig und passend zur jeweiligen Anfrage gemietet werden können. Die langfristige Vision sei es, ein Netzwerk aus selbstfahrenden Autos aufzubauen, die auf Abruf parat stehen. Den Traum vom Roboter-Taxi verfolgt auch Konkurrent Uber.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Die beiden Fahrtenvermittler streiten darum, wer die führende Plattform für die Mobilität der Zukunft wird. Es ist ein Geschäft, in dem es vor allem auf Größe ankommt – und das sich mit dem autonomen Auto noch beschleunigen soll. Wer die größte Flotte hat, kann die beste Qualität und die niedrigsten Preise anbieten. Im Kampf zwischen Uber und Lyft könne man daher kaum neutral bleiben, betont Ammann in einem Telefoninterview, da ein bestimmtes „Niveau an Integration und Kooperation“ nötig sei. Dies sei nur langfristig zu erreichen.

Mit GM an der Seite kann Lyft auch Uber die Stirn bieten. Nicht nur, weil der Gesamtwert des Unternehmens auf mittlerweile 5,5 Milliarden Dollar angewachsen ist. Die Schar der Investoren, die ihr Geld bei Lyft angelegt haben, ist international: Der saudi-arabische Prinz Alwaleed Bin Talal ist genauso beteiligt, wie die amerikanische Janus Capital Management, der japanische Konzern Rakuten, sowie die Chinesen von Didi Kuaidi und Alibaba.

Fahrdienst im Messenger: Uber und Facebook verbünden sich

Fahrdienst im Messenger

Uber und Facebook verbünden sich

Sein Uber-Taxi direkt aus dem Chat mit Freunden bestellen – das geht jetzt mit dem Facebook-Messenger. Noch gilt das Angebot nur für Kunden in den USA. Für beide Unternehmen ist die Partnerschaft aber ein Meilenstein.

Besonders die enge Verbindung nach China könnte sich im Konkurrenzkampf mit Uber als Trumpf erweisen. Vor wenigen Wochen hatte Lyft bereits eine Kooperation mit internationalen Uber-Konkurrenten wie Didi Kuaidi in China, Ola in India and Grab Taxi in Südostasien bekannt gegeben. In Asien tut sich Uber oft noch schwer. International ist Lyft bisher in mehr als 190 Städten vertreten und fuhr im ersten Halbjahr 2015 einen Verlust von 127 Millionen Dollar ein.

Im Zweikampf der Mobilitätsplattformen hat Uber finanziell ohnehin noch die Nase vorn. Immerhin ist Uber seit der jüngsten Finanzierungsrunde zehn Mal höher bewertet als Lyft. Hinter Uber stehen Investoren wie Microsoft, Google oder Goldman Sachs.

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