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08.02.2012

21:59 Uhr

GM will sparen

Opel-Chef versucht, Mitarbeiter zu beruhigen

Per Brief wollte Opel-Chef Stracke am Mittwoch die Mitarbeiter beruhigen, weil die Mutter General Motors wohl zwei Werke zur Disposition stellt. Doch Stracke konnte nur sagen, dass es „bis jetzt“ keine Entscheidung gebe.

Über Opel scheint einfach keine Sonne mehr. dapd

Über Opel scheint einfach keine Sonne mehr.

Detroit/RüsselsheimNach der Strukturierung ist bei Opel vor der Strukturierung. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf gut informierte Quellen berichtet, plant der Mutterkonzern General Motors deutliche Einschnitte. Während General Motors 2011 laut einem Zeitungsbericht einen Gewinn von rund acht Milliarden US-Dollar ausweisen dürfte, steckt Opel weiter tief in den roten Zahlen.

Nun packt GM die deutsche Tochter an allen Ecken und Enden hart an. In den jüngsten Diskussionen zwischen der Konzernzentrale in Detroit und Opel in Rüsselsheim soll auch wieder eine Schließung der Werke in Bochum mit 3100 Mitarbeitern sowie Ellesmore Port mit 2100 Mitarbeitern auf der Agenda stehen.

Bereits Anfang des Jahres hatte GM die Opelaner aufgefordert, auf einen Teil der für dieses Jahr geplanten Lohnerhöhung zu verzichten, war damit aber beim Betriebsrat gescheitert. Dieser hatte auf einen bis 2014 geltenden Vertrag verwiesen, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei, und das ausschließe.

Entscheidungen zu Werksschließungen gibt es laut Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke aber derzeit nicht. „Lassen Sie sich zunächst versichert sein, dass es bis jetzt keinerlei Entscheidungen im Opel/Vauxhall-Management, bei GM oder im Opel-Aufsichtsrat gibt, wonach Werke geschlossen, Stellen abgebaut oder Produktionsvolumen verlagert werden soll“, schrieb Stracke in einem Brief an die Opel-Beschäftigten. Zweifellos müsse Opel „gewisse Probleme“ lösen. Die Opel-Führung setze alles daran, dies gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zu schaffen.

Doch damit gibt sich GM nicht zufrieden. Neben den nun offenbar wieder zur Debatte stehenden Werksschließungen sollen unter anderem im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bis zu 1400 Stellen wegfallen. Diese Zahl soll nach Unternehmensangaben allerdings einen erheblichen Anteil von Mitarbeitern externer Dienstleister beinhalten.

Der Opel-Betriebsrat hat Meldungen über geplante Werksschließungen zurückgewiesen. „Ich habe überhaupt keinen Hinweis darauf, dass GM plant, bestehende Verträge mit uns zu verletzen“, sagte der Opel-Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug. Die Verträge schließen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 aus.

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Erst im Dezember hatte der neue Opel-Aufsichtsratschef, GM-Manager Stephen Girsky, Korrekturen an den bereits bestehenden Sparplänen angedeutet. „Der Plan ist offensichtlich nicht gut genug, schließlich verlieren wir weiter Geld. Wir müssen einen neuen Plan entwickeln.“ Opel werde im vierten Quartal einen Verlust von mehr als 300 Millionen Dollar ausweisen, wie mit den Zahlen Vertraute sagten. Im Schlussquartal bekam Opel den Absatzrückgang in den Schuldenländern Südeuropas voll zu spüren. Allein im Dezember brachen die Neuzulassungen der Schwestermarken Opel und Vauxhall nach Daten des Herstellerverbandes ACEA in der EU um 17,4 Prozent zum Vorjahr ein.

Kommentare (13)

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fregger

08.02.2012, 09:57 Uhr

40 Jahre durfte ich diese Mark verkaufen.Opel war die Nummer Zwei in Deutschlan. Noch heute bauen sie innovative und tolle Fahrzeuge. GM hat es jedoch versäumt ihre eigenen Fahrzeuge,Buick,Pontiac,Oldsmobil in Europa erfplgreich zu verkaufen und die erfolgreichste Tocher, nämlich Opel,
am Weltmarkt zu positionieren.Schade

Account gelöscht!

08.02.2012, 10:42 Uhr

Soweit ich weiss, hat GM viele Jahre selbst verhindert, dass OPEL seine Fahrzeuge weltweit verkauft, damit sie selbst ihre eigenen US-Marken vertreiben konnten. Das wäre so, als ob VW der Marke Audi den weltweiten Vertrieb verbieten würde. Zum Thema "Verluste": Hat schon mal jemand wirklich das Zahlenwerk von OPEL gesehen oder analysietrt ? In einem Konzern belastet die Muttergesellschaft (hier: GM) die Tochtergesellschaften (hier: OPEL) mit allen möglichen Kosten (Lizenzen, Umlagen etc.). Man steuert den Gewinn der Tochter von der Zentrale aus. Jede Konzern-Holding macht mit dem Thema "Verlust" Propaganda, um die Kosten noch weiter zu drücken. GM war am Ende, hat sich nach US-Insolvenzrecht saniert und kommt jetzt mit markigen Sprüchen. Die haben den deutschen Automarkt lange Zeit überhaupt nicht verstanden.

Account gelöscht!

08.02.2012, 11:24 Uhr

Wenn jetzt auch noch in der Entwicklung von Opel, die wie man so hört viel für GM geleistet hat, gespart wird ist das Ende absehbar.

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