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12.01.2016

15:27 Uhr

Gold-Bergbau gestoppt

Kein Dorado für Griechenland

VonGerd Höhler

Über eine Milliarde Euro wollte ein kanadischer Konzern in den Goldbergbau in Griechenland stecken. Doch nun steht das ambitionierte Projekt vor dem Aus. Für die griechische Wirtschaft ist das ein herber Schlag.

Der Bergbaukonzern Eldorado stoppt die Arbeiten an seinem Projekt in Nordgriechenland. Reuters

Gold

Der Bergbaukonzern Eldorado stoppt die Arbeiten an seinem Projekt in Nordgriechenland.

AthenEine der größten ausländischen Investitionen in Griechenland steht vor dem möglichen Aus. Der kanadische Minenkonzern Eldorado Gold gab am Mittwoch in Athen den Stopp aller Arbeiten an seinem Goldabbauprojekt Skouries auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki bekannt. Die Suspendierung des Vorhabens ist ein Rückschlag für die griechische Wirtschaft, die auf ausländische Investitionen angewiesen ist, wenn das Land aus der Rezession kommen soll.

Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden: Über eine Milliarde Euro wollte Eldorado Gold in Nordgriechenland investieren, mehrere tausend Arbeitsplätze sollten in der strukturschwachen Region entstehen. Doch jetzt legen die Kanadier ihre Investitionen auf Eis. Das Unternehmen reagiert damit nach eigener Darstellung auf die „obstruktive Haltung“ der griechischen Regierung.

Die größten Goldproduzenten

Platz 10

Sibanye Gold - 44,2 Tonnen

Zum südafrikanische Goldproduzenten gehören die Minen Kloof and Driefontein in der Region West Witwatersrand und die Mine Beatrix in der Provinz Free State.

Quelle: Unternehmensangaben, GFMS, Thomson Reuters

Platz 9

Polyus Gold International - 50,9 Tonnen

Das russische Goldunternehmen hat seine Produktion seit 2004 enorm ausgeweitet. Seitdem die Matrosov-Goldmine erschlossen wurden, gehören die Moskauer zu den größten Goldproduzenten der Welt.

Platz 8

Gold Fields - 55,5 Tonnen

Der südafrikanische Minenbetreiber ging aus der britischen Holding „The Gold Fields of South Africa“ hervor und betreibt heute auch Minen in Australien, Ghana, Peru.

Platz 7

Newcrest Mining - 66,9 Tonnen

Die Unternehmen aus Melbourne fördert Gold in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea. Mit der Übernahme von Linir Gold stieg es 2010 zu den größten Goldproduzenten der Welt auf.

Platz 6

Navoi Mining and Metallurgy Combinat - 74,1 Tonnen

Mit dem Uran- und Goldabbau gehört das Staatsunternehmen zu den größten in Uzbekistan. 2011 erwirtschaftete der Minenbetreiber einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Kinross Gold - 77,2 Tonnen

Auch die Kanadier gehören erst seit der Übernahme von Red Back Mining zu den größten Goldproduzenten. Sie betreiben zehn Minen in acht Ländern, unter anderem in Ghana und Mauretanien.

Platz 4

Goldcorp - 82,4 Tonnen

Der zweite kanadische Goldriese betreibt in Red Lake, Ontario, die ertragreichste Goldmine der Welt. Auch in Mexiko und Südamerika macht der Konzern gute Geschäfte. Das Silbergeschäft wurde 2004 abgestoßen.

Platz 3

Anglogold Ashanti - 126 Tonnen

Aus der Fusion der südafrikanischen Anglogold und dem ghanaischen Goldkonzern Ashanti ist einer der weltgrößten Goldproduzenten hervorgegangen. Das Unternehmen betreibt unter anderem die tiefste Goldmine der Welt, die Mponeng-Goldmine, die 3770 Meter in die Erde reicht.

Platz 2

Newmont Mining - 154 Tonnen

Der Goldrausch der Amerikaner ist längst international. Der Minenbetreiber aus Denver, Colorado, baut Gold in Kanada, Bolivien, Australien, Ghana, Indonesien, Neuseeland, der Türkei, Peru und Usbekistan ab. Weltweit Spitze ist aber ein anderes Unternehmen.

Platz 1

Barrick Gold - 223,9 Tonnen

Der weltgrößte Goldproduzent kommt aus Kanada und betreibt weltweit 28 Minen, die meisten davon in Nord- und Südamerika. Aber auch in ausgefallenen Abbaugebieten wie Tansania, Sambia und in der Dominikanischen Republik schürft das Unternehmen nach Gold.

Schon in der Antike, zu Zeiten von Alexander dem Großen, wurde auf der Halbinsel Chalkidiki Gold gewonnen. Bereits 2015 wollte Hellas Gold, die griechische Tochter von Eldorado Gold, bei der Ortschaft Skouries mit der Goldförderung beginnen. Dort wurden Vorkommen von 230 Tonnen reinem Gold nachgewiesen. In diesem Jahr, so die ursprüngliche Planung, sollte Griechenland damit zum größten Goldproduzenten Europas aufsteigen.

Aber um das Projekt wird seit Jahren gestritten. Die Bevölkerung ist gespalten. Hellas Gold ist der wichtigste Arbeitgeber der Region. Die mehr als tausend Beschäftigten und ihre Familien kämpfen für die Mine. Die Gegner des Vorhabens fürchten Umweltschäden durch den Goldabbau und eine Beeinträchtigung des Tourismus.

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Die Minenunternehmen graben sich eine Grube: Sie fördern wie eh und je, obwohl die Preise fallen. Anglo American beugt sich nun dem zunehmenden Druck. Zwei Drittel seiner Belegschaft müssen gehen. Anleger fliehen aus der Aktie.

Hellas Gold bestreitet die angeblich katastrophalen ökologischen Folgen. So soll, anders als von den Gegnern behauptet, das gefürchtete Zyanid bei der Goldgewinnung gar nicht zum Einsatz kommen, versicherte Unternehmenssprecher Kostas Georgantzis. Stattdessen werde man eine umweltverträgliche Methode anwenden, das „Flash Smelting“, bei dem das Gold bei hohen Temperaturen aus dem Gestein herausgeschmolzen wird.

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