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30.01.2005

16:50 Uhr

Golf-Emirat kauft Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar – Werk im Wüstenstaat wird erwogen

Dubai wird neuer Großaktionär von Daimler-Chrysler

Die Eigentümerstruktur der deutschen Autokonzerne gerät in Bewegung. Wenige Monate nach dem Einstieg des US-Investmenthauses Brandes als Großinvestor bei Volkswagen erhält auch Daimler-Chrysler einen neuen wichtigen Aktionär: Das Golf-Emirat Dubai hat nach eigenen Angaben für eine Mrd. Dollar einen Anteil am deutsch-amerikanischen Autokonzern erworben und steigt damit zum drittgrößten Anteilseigner nach der Deutschen Bank und Kuwait auf.

Nun hält auch Dubai Anteile an Daimler-Chrysler.

Nun hält auch Dubai Anteile an Daimler-Chrysler.

hz FRANKFURT/M. Dass die neuen Kapitalgeber strategische Motive wie beispielsweise eine Übernahme treiben, gilt als unwahrscheinlich. Sowohl Brandes als auch Dubai sehen ihr Engagement offenbar als Finanzinvestment. „Das ist ein perfekter Zeitpunkt, um Daimler-Chrysler-Aktien zu kaufen, weil das Unternehmen allmählich die Früchte aus der Fusion mit Chrysler erntet“, sagte Dubai-Holding-Chef Mohammed al Gergaui. Er hob hervor, sein Unternehmen habe Vertrauen in das derzeitige Management des Autokonzerns.

Aus Branchenkreisen hieß es, weder die Deutsche Bank noch Kuwait hätten ihre Anteile reduziert. Dubai kaufte demzufolge die Aktien über die Börse und von institutionellen Investoren. Branchenkreisen zufolge beläuft sich die Beteiligung auf etwa zwei Prozent.

Die Großaktionäre setzen offenbar auf deutliche Kursgewinne und beurteilen damit die Aussichten der beiden Autokonzerne derzeit optimistischer als der Finanzmarkt. Der US-Investmentberater Brandes hatte im August 2004 überraschend seinen Anteil an Europas größtem Autobauer VW von 6,15 Prozent auf 10,65 Prozent erhöht.

Ein Daimler-Sprecher begrüßte den Einstieg der staatseigenen Dubai Holding bei den Stuttgartern. Es handele sich um einen langfristig orientierten Investor, der damit zeige, dass er an das Potenzial von Daimler-Chrysler glaube. Laut Verhandlungskreisen erwägen beide Seiten den Aufbau von Fertigungskapazitäten in dem Wüstenstaat.

Auto-Analyst Jürgen Pieper sprach in einer ersten Reaktion von einer „wirklichen Überraschung“ und einer guten Nachricht für Daimler. Es zeuge von großem Interesse unter institutionellen Anlegern. Die Dubai Holding wurde Ende 2004 aufgebaut, um die milliardenschweren Dollar-Investitionsprojekte des Emirats zu managen. Die Firma konzentriert sich auf Immobilien- und Tourismusfirmen in Dubai, hat aber auch einen Bereich, der auf Akquisitionen im Ausland spezialisiert ist.

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