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03.05.2011

09:50 Uhr

Greenpeace-Berechnungen

Schneller Atomausstieg kostet Konzerne rund 75 Milliarden Euro

Der schnelle Atomausstieg könnte die Stromriesen teuer zu stehen kommen. Nach Berechnungen der Umweltorganisation Greenpeace kostet der Ausstieg bis 2015 die Konzerne rund 75 Milliarden Euro.

Greenpeace-Aktivisten setzen sich seit Jahren für den schnellen Atomausstieg ein. Quelle: dpa

Greenpeace-Aktivisten setzen sich seit Jahren für den schnellen Atomausstieg ein.

BerlinEin beschleunigter Ausstieg aus der Atomenergie würde die vier großen deutschen Stromkonzerne nach Berechnungen der Umweltschutzorganisationen Greenpeace Gewinneinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe kosten. Würde das Ausstiegsdatum 2015 verfolgt, wie es Greenpeace vorschlägt, würden die Konzerne gegenüber dem aktuellen Status - nach der Laufzeitverlängerung durch die schwarz-gelbe Regierung - rund 75 Milliarden Euro verlieren, teilte die Organisation am Dienstag mit. Komme es zu einer Abschaltung der Atomanlagen bis 2020, wie es sich momentan abzuzeichnen scheint, müssten die Konzerne immer noch auf 60 Milliarden Euro verzichten. Angesichts dessen erwartet Greenpeace, dass die großen Atomkonzerne um jedes Jahr Laufzeit für ihre Kernkraftwerke heftig kämpfen werden.

Greenpeace forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, in einem neuen Energiekonzept ein klares und konkretes Abschaltdatum für die Kernkraftwerke in Deutschland zu nennen. „Wir brauchen klare und gesetzlich festgeschriebene Abschaltdaten für die Atommeiler“, forderte Greenpeace. Nur so werde es Planungssicherheit für die Energiebranche und die Wirtschaft geben. Das System der Strommengen dagegen leiste das nicht. Blieben die aktuell abgeschalteten sieben ältesten Meiler und das Kraftwerk Krümmel endgültig außer Betrieb, würden den Konzernen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW 25 Milliarden Euro verloren gehen.

 

 

Von

rtr

Kommentare (8)

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Storch

03.05.2011, 10:11 Uhr

Nun hat Merkel also die Wahl, ob sie die Interessen der Bevölkerung oder die Interessen der Atomindustrie vertritt.

Ich bin gespannt.

Account gelöscht!

03.05.2011, 12:09 Uhr

Irrtum!! Die Zeche zahlt der Stromkunde.

Herbert

03.05.2011, 16:15 Uhr

Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, zahlt der Steuerzahler, weil die Atomkonzerne keine angemessene Haftpflichtversicherung haben. Prognos hat im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Kosten einer Atomkatastrophe in Deutschland geschätzt:

Kosten einer Atomkatastrophe in Deutschland: 10.000 Milliarden.

Deckungssume der Haftpflichtversicherung der Betreiber: 0,25 Milliarden.

Ob es bei einem Atomausstieg überhaupt zu einem Strompreisanstieg kommt, ist umstritten. Manche Studien kommen auf sinkende Preise, weil die Marktmacht des Oligopols der Stromkonzerne reduziert wird, andere studien kommen auf leicht steigende Preise. Prognos hat kürzlich einen Strompreisanstieg durch einen Atomausstieg von 0,2 Cent pro kWh im besten und 0,6 Cent im schlimmsten Fall berechnet. Und zwar bis 2025. Das sind dann 0,02 Cent bis 0,04 Cent pro Jahr. Wohlgemerkt: 0,02 Cent, nicht 0,02 Euro!

Zum Vergleich: Durch einen Wechsel des Stromanbieters können Sie bis zu 3 Cent sparen.

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