Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2013

13:58 Uhr

Greenpeace

Studie macht Kohlekraftwerke verantwortlich für Todesfälle

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt deutschen Kohlekraftwerken die Schuld an jährlich mehr als 3000 vorzeitigen gesundheitsbedingten Todesfällen. Der Energiekonzern Vattenfall widerspricht.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt deutschen Kohlekraftwerken (wie diesem in Mehrum) die Schuld an jährlich mehr als 3000 vorzeitigen gesundheitsbedingten Todesfällen. dpa

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt deutschen Kohlekraftwerken (wie diesem in Mehrum) die Schuld an jährlich mehr als 3000 vorzeitigen gesundheitsbedingten Todesfällen.

BerlinDeutsche Kohlekraftwerke sind einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge statistisch für mehr als 3000 vorzeitige gesundheitsbedingte Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Schuld seien Feinstaubpartikel und giftige Abgase aus deren Schornsteinen, teilte Greenpeace am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf eine Untersuchung von Experten der Universität Stuttgart mit. Diese verursachten unter anderem Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die rechnerisch zum Verlust von 33.000 Lebensjahren führten. Das seien statistisch etwa 3100 Tote pro Jahr.

Kraftwerksbetreiber wie der Energiekonzern Vattenfall bezeichneten die Studie und deren Schlussfolgerungen als grob irreführend. Die Luftqualität im Umfeld der eigenen Kraftwerke werde in der Gesamtschau "praktisch nicht oder nur unwesentlich" durch deren Emissionen beeinflusst, teilte Vattenfall mit. Das zeigten die Überwachungsmessungen der Behörden.

Für die Studie zogen die Stuttgarter Forscher Emissionsdaten der 67 leistungsfähigsten deutschen Kohlekraftwerke aus dem Europäischen Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister für das Jahr 2010 heran. Tausende Betriebe müssen diesem jährlich ihren Schadstoffausstoß melden. Dann berechneten die Wissenschaftler nach komplizierten Verfahren sowie gestützt auf Gesundheitsstudien, welche Gesundheitsrisiken durch die Ausbreitung von Feinstaub und Vorläufersubstanzen in bestimmten Regionen abhängig von der Konzentration zu erwarten sind. Daraus ergaben sich die genannten rechnerischen Verluste an menschlicher Lebenszeit.

Besonders gravierend waren der Studie zufolge die gesundheitlichen Folgen der größten deutschen Braunkohlekraftwerke. Das von Vattenfall betriebene 3000-Megawatt-Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg mit seinen sechs Blöcken, das Strom für 4,4 Millionen Menschen liefert, war demnach für 373 vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Dem RWE-Kraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen mit seinen rund 2800 Megawatt elektrischer Leistung und neun Blöcken wurden rechnerisch vorzeitige 269 Todesfälle zugeschrieben.

Von

afp

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

joe

03.04.2013, 14:35 Uhr

Das komplizierte Verfahren beruht auf Werten die in den USA um Kraftwerke gemessen wurden, ohne die weiteren Umweltbedingungen wie Autoverkehr, Haushaltsemmisionen usw. zu berücksichtigen. Also eine sehr wissenschafliche Zielwertsuche...

JosefSpitz

03.04.2013, 14:44 Uhr

Es ist verantwortungslos und dem Qualitätsanspruch des Handelsblatt nicht angemessen, wenn zu einer Studie von Greenpeace deren tendenziöse Schlagzeile wörtlich übernommen wird, um dann im Kleingedruckten Gegenmeinungen zu platzieren.
Was beim Leser hängen bleibt, ist die Schlagzeile.
Jeder weiss, dass Greenpeace eine extrem marktwirtschafts feindliche Kampagnenorganisation ist, gegründet und geführt von nicht wenigen Kommunisten oder Exkommunisten mit dem Ziel, die westliche Wirtschaftsordnung zu unterminieren.
Wenn das Handelsblatt deren Propagandaorgan sein will, dann sollte es sich umbenennen.

norbert

03.04.2013, 14:48 Uhr

Darf ich denn jetzt noch Würstchen auf Holzkohle grillen ?
Diese Welt wird ja immer gefährlicher ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×