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30.07.2014

17:58 Uhr

Größte Autobauer

Toyota nur noch hauchdünn vor Volkswagen

Die beiden Autobauer Toyota und Volkswagen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel „Größter Autobauer der Welt“. Die Wolfsburger kommen dem japanischen Kontrahenten immer näher – zumindest bei den Stückzahlen.

Im Kampf um den Titel „Größter Autobauer der Welt“ trennen die beiden Autobauer 30.000 Fahrzeuge voneinander. Reuters

Im Kampf um den Titel „Größter Autobauer der Welt“ trennen die beiden Autobauer 30.000 Fahrzeuge voneinander.

FrankfurtSo eng war es wohl noch nie: Nur noch rund 30.000 Fahrzeuge trennen die beiden weltgrößten Autobauer Toyota und Volkswagen voneinander. Beide Hersteller haben zur Jahresmitte die Marke von fünf Millionen Fahrzeugen geknackt – Toyota liegt mit 5,097 Millionen Stück hauchdünn in Front, wie die Japaner am Mittwoch mitteilten.

Volkswagen war ohne die Nutzfahrzeug-Töchter MAN und Scania auf 4,97 Millionen Neuwagen gekommen – inklusive Lastwagen und Bussen liegen die Wolfsburger nun bei 5,066 Millionen Fahrzeugen. Die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors rangiert mit 4,92 Millionen Autos auf Rang drei.

Die beiden Branchenführer haben sich die magische Marke von zehn Millionen verkauften Autos als Ziel für 2014 gesetzt. So viele Neuwagen hat bislang noch kein Hersteller in einem Kalenderjahr auf die Straße gebracht. Umstritten ist allerdings, was die schiere Masse und der inoffizielle Titel des weltgrößten Autobauers wert sind. VW-Chef Martin Winterkorn nannte das Ziel der Marktführerschaft im März „sehr wichtig“ für den Konzern. Es sei „ein ganz wesentlicher Motivationsfaktor“ für die Belegschaft.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Das klang bei Toyotas Europa-Chef Didier Leroy im Frühjahr anders. Man werde „keine verrückten Dinge machen“, um die Position als Nummer eins beim Volumen zu verteidigen. Wenn Toyota nicht in der Lage sei, nachhaltig zu wachsen, dann werde man eher auf zusätzliches Wachstum verzichten. Entscheidender ist für die Industrieriesen schließlich, dass sie ordentlich Geld verdienen – das weiß auch Volkswagen ganz genau. Allerdings ist Toyota den Wolfsburgern in diesem Punkt derzeit voraus.

Während Winterkorn bei der Bilanzvorlage für das zweite Quartal am Donnerstag ein rund fünf Milliarden Euro schweres Sparprogramm offiziell verkünden könnte, fragten Analysten bei Toyota zuletzt, was die Japaner mit ihrem vielen Geld anstellen sollen. Nicht zuletzt durch den schwächeren Yen hatte der Konzern Rekordgewinne eingefahren und damit eine Umsatzrendite erzielt, die in Deutschland derzeit nur Oberklassehersteller erreichen. VW hat für das Jahr 2018 ähnlich ehrgeizige Ziele – als größter und gleichzeitig rentabelster Hersteller wäre der Titel als Branchenprimus mit Sicherheit eine ganze Menge mehr wert.

Von

dpa

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