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03.12.2012

17:06 Uhr

Größte Autobauer

Volkswagen wird General Motors überholen

ExklusivVW verkauft einer Prognose zufolge im kommenden Jahr mehr Autos als der US-Konkurrent GM. Dadurch werden die Wolfsburger zur neuen Nummer zwei der Welt. Doch Toyota bleibt vorerst unerreichbar.

VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation des neuen Golfs: Die Wolfsburger werden 2013 GM überholen. Reuters

VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation des neuen Golfs: Die Wolfsburger werden 2013 GM überholen.

HamburgVolkswagen dürfte einer aktuellen Prognose zufolge 2013 weltweit zweitgrößter Autobauer werden. Europas Marktführer profitiert im Vergleich zum US-Rivalen General Motors (GM) von einer deutlich höheren Wachstumsdynamik. Das gilt besonders für die weltweit größten Automärkte China und USA.

Hält der VW-Konzern Kurs, dürften die Deutschen kommendes Jahr an GM vorbeiziehen und auf Rang zwei der globalen Autobauer vorrücken. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Prognose des Center of Automotive Management (CAM) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die größten Autohersteller der Welt

General Motors

Der Autobauer hat im Jahr 2011 insgesamt 9 Millionen Fahrzeuge abgesetzt und war damit Spitzenreiter der Branche. Auch bei der Forschung ist GM vorn mit dabei: Das Budget dafür beträgt 6,9 Milliarden Dollar (2010).

Volkswagen

Platz zwei beim Absatz: 8,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz drei (6 Milliarden Dollar).

Toyota

Platz drei: 8 Millionen Fahrzeuge haben die Japaner abgesetzt. Toyota ist auch bei der Forschung Spitze: Der japanische Konzern gab mit 8,5 Milliarden Dollar so viel für die Forschung aus wie keiner der Mitbewerber.

Hyundai

Platz vier für die Koreaner (mit Kia): 6,1 Millionen Stück, bei der Forschung mit 5,7 Milliarden Dollar ebenfalls Vierter.

Ford

Mit 5,7 Millionen abgesetzten Fahrzeugen landet der US-Autobauer auf Platz fünf, bei den Forschungsausgaben mit 5 Milliarden Dollar ebenfalls.

Nissan

Beim Autoabsatz sind die Japaner mit 4,7 Millionen Stück weltweit sechster. 4,7 Milliarden Dollar steckte Nissan in die Forschung (Platz sechs).

BMW

Mit 1,7 Millionen abgesetzten Fahrzeugen auf Platz zwölf, bei der Forschung mit einem Budget von 4,1 Milliarden Dollar auf Platz acht.

Daimler

Platz 13 bei den Auslieferungen: 1,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz sieben (4,6 Milliarden Dollar).

Quellen: Ernst & Young (Absatz), Booz & Company, Unternehmensangaben (Forschungsausgaben)

Demnach verkauft der VW-Konzern 2013 rund 9,4 Millionen Autos. GM kommt auf 9,3 Millionen Pkw. „Volkswagen greift mit den wichtigen Marken Audi, VW, Škoda und Porsche auf ein breiteres und hochwertigeres Produktportfolio zurück als General Motors“, sagte CAM-Chef Stefan Bratzel dem Handelsblatt.

Der Weg zu Branchenprimus Toyota, den die Wolfsburger bis zum Jahr 2018 ablösen wollen, ist jedoch noch weit. Von Januar bis September verkauften die Japaner mit weltweit 7,4 Millionen Fahrzeugen mehr als VW und General Motors. Toyota war von 2008 bis 2010 beim Absatz Weltmarktprimus, büßte diese Position nach Finanzmarktkrise, imageschädigenden Rückrufaktionen und Naturkatastrophen in Serie aber ein.

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„Toyota kommt mit hoher Dynamik aus den Krisenjahren zurück und distanziert GM und VW deutlich“, so Bratzels Analyse. Die wieder erstarkten Japaner sollen den CAM-Berechnungen nach 2013 rund 10,2 Millionen Autos verkaufen. Daran ändern offenbar auch die jüngsten Rückrufaktionen der Japaner nichts. „Aber Toyota muss das im Auge behalten“, sagte Bratzel.

Die 16 globalen Automobilkonzerne werden der CAM-Prognose zufolge im Gesamtjahr 2012 etwa 68 Millionen Pkw verkaufen. Das entspricht trotz der Krise in Europa gegenüber 2011 einem Zuwachs von rund sieben Prozent.

Von

mcs

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.12.2012, 20:08 Uhr

"Volkswagen wird General Motors überholen"
Für wen ist das wichtig?
werden die VW autos preiswerter, wird der Service besser, werden die Mitarbeiter besser bezahlt oder was soll das?

pit

04.12.2012, 09:21 Uhr

Mehr, mehr, mehr. Das ist die aktuelle Devise. Hieraus resultierende Schäden interessieren nicht. Das Beispiel Toyota zeigt deutlich, wozu Gigantismus führt: Kontrollverlust beim Qualitätsmanagement. Die Zahl der Rückrufe jedenfalls geht nicht zurück. Der Leidtragende? Natürlich der Kunde, der für diesen Gigantismus auch noch zahlt. Statt von den Fehlern der anderen zu lernen regiert die typische Arroganz: Wir können es besser. Meine Erfahrungen als Fuhrparkleiter mit den Produkten des VW-Konzerns jedenfalls zeigen, daß man nichts gelernt hat. Der Kunde ist und bleibt das zahlende Versuchskaninchen.

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