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28.04.2011

15:06 Uhr

Großauftrag aus Indien

US-Konzerne haben gegen Europas Kampfjets keine Chance

Es ist ein Kampf um Milliarden: Wer rüstet Indien mit Kampfjets aus? Der Eurofighter hat nun einen großen Etappensieg errungen: Die Konkurrenten von Boeing und Lockheed Martin wurden abgelehnt.

Ein Eurofighter auf dem Weg zur Arbeit. Quelle: dpa

Ein Eurofighter auf dem Weg zur Arbeit.

Neu DelhiIm Rennen um einen elf Milliarden Dollar schweren Auftrag für indische Kampfflugzeuge biegen die französische Dassault und das EADS-Konsortium Eurofighter als letzte Kandidaten auf die Zielgerade. Die US-Schwergewichte Boeing und Lockheed Martin hätten dagegen die technischen Anforderungen der indischen Luftwaffe nicht erfüllen können, verlautete am Donnerstag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.

Indien - der schwedischen International Peace Research Institute zufolge der weltgrößte Waffen-Importeur - stellt mit der Vergabepolitik seine internationalen Beziehungen auf eine breitere Basis - und könnte die USA mit der Nichtberücksichtigung vergrätzen. "Das ist ein Rückschlag für die politischen Beziehungen", sagte der frühere indische Außenminister Kanwal Sibal.

Überraschend trat am Donnerstag der US-Botschafter in Indien, Timothy Roemer, zurück. Als Begründung wurden persönliche wie berufliche Gründe genannt. Die Botschaft wollte sich nicht zur Frage äußern, ob die Entscheidung mit der Abfuhr für die US-Konzerne zusammenhing. Roemer äußerte sich "tief enttäuscht".

Die USA würden aber weiter versuchen, die Zusammenarbeit mit Indien bei Rüstungsprojekten auszubauen. US-Präsident Barack Obama hatte sich bei einem Besuch vor fünf Monaten persönlich für den Mega-Deal eingesetzt.

Indien hatte sein Verteidigungsbudget für das Geschäftsjahr bis März 2011 um knapp zwölf Prozent auf mehr als 36 Milliarden Dollar erhöht. Rivale China gibt damit offiziell aber immer noch mehr als das Doppelte aus.

Lockheed hatte seine F-16 und Boeing die F/A-18 Super Hornet ins Rennen gegen die Rafale von Dassault und den Eurofighter von EADS geschickt. Eine Abfuhr bekamen neben den Amerikanern aber auch die schwedische Saab mit ihrem JAS-39 und Russlands MiG-35. Boeing sprach von einer Enttäuschung. Dassault und Eurofighter wollten sich nicht äußern. Boeing hatte kürzlich EADS bei einem rund 30 Milliarden Dollar schweren US-Tankflugzeugauftrag für die US-Luftwaffe ausgestochen.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

28.04.2011, 18:39 Uhr

Warum müssen wir ausgerechnet nach Indien Waffen liefern? Es gibt genug arme Menschen dort, die mit sehr wenig auskommen müssen. Aber die indische Regierung hat Geld, um Waffen zu kaufen. Und wozu? Wenn tatsächlich einmal die beiden bevölkerungsstärksten Länder aufeinander losgehen sollten, können wir stolz darauf sein, dass die in Europa gebauten Eurofighter genügend Schaden im asiatischen Raum anrichten.
Haben wir aus der arabischen Revolution eigentlich nichts gelernt? Waffen haben in unsicheren Ländern nichts zu suchen! Wieder einmal soll unser Wohlstand auf dem Blut anderer Völker gesichert werden.

cuprum

28.04.2011, 18:51 Uhr

Geht es auch etwas weniger emotional? Glauben wir, unsere Humanitätsduselei verhindert einen Konflikt? Was sind unsichere Länder und wer legt sie fest? Am besten die UN, dort sind ja nur sichere Länder Mitglied.

mankoehler

28.04.2011, 19:37 Uhr

Zu AS1 kann man nur sagen, was sind das für Träumer, die glauben so die Welt, mit gutem Deutschmannsverhalten, zu verbessern.Die US-Manager würden sofort zugreifen, wenn man diese Geschäfte blöderweise sausen lassen würde. Deutsches Moralgerede wird diese Welt nicht verbesser.

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