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13.03.2006

19:14 Uhr

Großauftrag verzögert sich

Kieler Großwerft HDW droht Kurzarbeit

Thyssen-Krupp hat Probleme bei der Auslastung der Werften-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW). Wie das Handelsblatt aus Firmenkreisen erfuhr, sind bei der Großwerft ab Mai mehr als 300 Mitarbeiter bis in das Jahr 2007 von Kurzarbeit bedroht.

HB HAMBURG. Grund dafür ist, dass sich ein geplanter Auftrag für den Bau zweier U-Boote des Typs 212 Alpha seit mehr als einem Jahr verzögert. Thyssen-Krupp geht davon aus, dass die Kieler den milliardenschweren Auftrag im Sommer erhalten. Doch die Verzögerung führt dazu, dass HDW die Marine-Sparte nicht voll auslasten kann. Bis zum Baubeginn der U-Boote werde erhebliche Zeit vergehen, heißt es in Firmenkreisen.

HDW bestätigt die drohenden Auslastungsprobleme. „Ganz wird sich die Kurzarbeit nicht vermeiden lassen“, sagt ein HDW-Sprecher auf Anfrage. Das Unternehmen versucht deshalb, Mitarbeiter in anderen Bereichen unterzubringen, um die drohende Kurzarbeit zu verringern. Danach sollen zeitweise 70 Arbeitnehmer im Handelsschiffbau in Kiel eingesetzt werden, der bis 2008 voll ausgelastet ist. Zudem will HDW weitere Mitarbeiter auf anderen Werften von Thyssen-Krupp unterbringen, darunter unter anderem bei der Hamburger Schiffbau- und Reparaturwerft Blohm & Voss und den Thyssen Nordsee-Werken in Emden.

Inzwischen hat sich deswegen Kiels Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) eingeschaltet. Er bemüht sich seit längerem, den U-Boot-Auftrag schnell unter Dach und Fach zu bringen, um weitere Auslastungsprobleme von HDW abzuwenden: „Der Minister hat sich an den Haushaltsausschuss des Bundes gewandt, um vorab eine Zustimmung für den Auftrag zu erhalten“, betont ein Sprecher des Ministers.

HDW beschäftigt mehr als 2 500 Mitarbeiter. Davon sind rund 1 900 Mitarbeiter im U-Bootsbau tätig, wovon weniger als 1 000 in der Produktion arbeiten. Der Rest ist im Handelsschiffbau beschäftigt. Er dient traditionell dazu, Auslastungsprobleme im Marine-Schiffbau auszugleichen.

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