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09.01.2012

13:43 Uhr

Großbritannien blockiert

Bayer fürchtet um neues Medikament Xarelto

Bayer bangt weiter um seinen neuen Hoffnungsträger Xarelto in Großbritannien. Behörden halten die Daten zum Blutverdünner für nicht ausreichend: Der Hersteller soll noch weitere Informationen liefern.

Großbritannien will von Bayer weitere Informationen über das Medikament Xarelto. dpa

Großbritannien will von Bayer weitere Informationen über das Medikament Xarelto.

Bayer muss weiter um einen Einsatz seines neuen Schlaganfallmittels im umsatzstarken britischen Markt bangen. Die britische Behörde NICE empfiehlt derzeit den Einsatz des Präparats Xarelto im staatlichen Gesundheitssystem NHS nicht. Sie fordert vom Leverkusener Konzern weitere Informationen, bevor sie über eine Verwendung entscheiden will.

Die bislang vorliegenden Daten reichten nicht um zu bewerten, ob das Mittel bei Patienten mit gefährlichen Herzrhythmusstörungen kosteneffektiv sei, teilte die Behörde am Montag mit. Dabei geht es um den Einsatz zum Schutz vor Schlaganfällen und Embolien bei Patienten mit Vorhofflimmern, einer besonders häufigen Form von Herzrhythmusstörungen.

Großbritannien ist einer der großen Arzneimittelmärkte Europas. Mit einem Einsatz im NHS wären große Umsätze verbunden. Die Gesundheitsbehörde NICE wägt die Kosten und Nutzen neuer Arzneimittel in Großbritannien ab und empfiehlt, welche Arzneimittel im NHS verschrieben werden sollten. Bayer arbeitet bei Xarelto mit dem US-Pharmariesen Johnson & Johnson zusammen, der in den USA die Vertriebsrechte besitzt. In Europa und im Rest der Welt liegen die Rechte alleine bei Bayer.

Das Vorgehen des NICE spricht für einen eher vorsichtigen Umgang mit mehreren neuen Schlaganfallpräparaten, die momentan auf den Markt drängen. All diese Arzneien schicken sich an, das jahrzehntealte Standardmedikament Warfarin als Mittel der Wahl bei der Schlaganfall-Prävention abzulösen. Dazu gehören unter anderem die Arznei Pradaxa des deutschen Konkurrenten Boehringer Ingelheim sowie das Medikament Eliquis der US-Konzerne Pfizer und Bristol Myers Squibb. Im November hatte die britische Behörde den Einsatz des Konkurrenzpräparats Pradaxa als Mittel zur Vorbeugung vor Schlaganfällen empfohlen, nachdem Hersteller Boehringer Ingelheim weitere Informationen lieferte.

Für alle Indikationen zusammen traut der Bayer seinem Mittel Xarelto einen Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zu.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Marieluise

15.07.2012, 20:31 Uhr

Pradaxa, Xarelto, ich kenne noch ein mögliches Antikoagulans, nämlich rHA-Infestin-4, das ist seit März 2010 unter "Vascular Medicine", sgn. Hagedorn-Report, in "Circulation" veröffentlicht worden.Es ist ein von der DFG u. der Fa. CSL Behring, tierexperimentell abgeschlossenes exellentes Forschungsergebnis, mit der Schlussfolgerung : rHA-Infestin-4 lässt Thrombenbildung nicht mehr zu, behindert nicht die Blutstillung und lässt die Hämostase völlig intakt; es inhibiert den Faktor XII, und passt mit ihm wie der Schlüssel zum Schloss !-Es fehlt an Geld für Klinische Studien ! Die Fa. CSL Behring will sich die Kosten nicht leisten, um ihre spezifischen Forschungsprojekte nicht zu gefährden.- Den Hagedorn-Report schickte mir die Fa. CSL Behring, ich war sehr interessiert, da ich seit 6 Jahren auf 'Phenprocoumon' bin und Nebenwirkungen gestörter Hämostase habe.-Ich hörte zuerst in NDR-Visite ,Juli 2011,von r-HA-Infestin-4, und seitdem wünsche ich mir solch einen exzellenten Gerinnungshemmer! M-L. Khan.

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