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18.06.2012

20:51 Uhr

Große Unternehmen steigen ein

Solarmarkt bleibt heiß umkämpft

VonGeorg Weishaupt

Großkonzerne wie LG und Sharp wollen sich Anteile am Solarmarkt sichern - auch die Branchenkrise schreckt sie nicht davon ab. Allerdings fahren die Unternehmen ihr ursprüngliches Tempo etwas zurück.

Solarbranche: Durch Subventionen zu faul

Video: Solarbranche: Durch Subventionen zu faul

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DüsseldorfDie Krise der Solarbranche schreckt große Konzerne nicht ab, in den Markt für Photovoltaik einzusteigen. „Wir wollen unter die Top Ten aufsteigen“, sagte Sang-Il Nam. Der Marketingchef für das weltweite Solargeschäft von LG rechnet damit, dass der koreanische Konzern in „drei bis vier Jahren einen Weltmarktanteil von zehn Prozent“ erreicht.

Doch der Preisverfall bei Solarmodulen und die weltweiten Überkapazitäten zwingen LG zu Korrekturen seiner Strategie. So wollte der Konzern, der mit Handys und Farbfernsehern weltweit erfolgreich ist, ursprünglich bereits im kommenden Jahr eine Fabrik mit einer Fertigungskapazität von einem Gigawatt aufbauen. Jetzt plant der koreanische Konzern erst einmal bis 2013 mit der Hälfte.

LG legt Siliziumwerk auf Eis

„Es gibt genügend Riesenfabriken für Standardmodule“, begründete Nam die Strategieänderung. „Wir entwickeln lieber zuerst Module mit einem höheren Wirkungsgrad und erweitern dann erst unsere Fertigungskapazitäten.“ Er bestätigte die Pläne, dass LG von 2010 bis 2015 rund 20 Milliarden Dollar in die Sparte Umwelttechnik investieren will, davon ein Drittel in die Solarsparte.

LG hat auch seine Pläne zurückgestellt, mit der Konzerntochter LG Chemical eine eigene Siliziumproduktion für Solarprodukte aufzubauen. „Wir können billiger Silizium auf dem Weltmarkt einkaufen“, sagte der Marketingchef.

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Kommentare (5)

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Account gelöscht!

18.06.2012, 21:15 Uhr

Die Subventionen für die Solarbranche sind nichts weiter als ein Wettbewerbsausgleich gegen die Monopole der herrschende Energiekonzerne. Auch ist die Angabe der 85Milliarden Euro falsch, da gegen diese auch die erzielten Strompreise angerechnet werden müssen. Und da sieht es sehr düster aus, denn die Einspeisevergütungen bleiben über 20 Jahre konstant, während die Strompreise kontinuierlich mit 4-6% pro Jahr steigen und gleichzeitig die Vergütung durch Inflation immer weniger wert wird.
In etwa 10 Jahren nach heutigem Stand der Preis pro kWh der Einspeisevergütung geringer sein als der dann die an die Netzbetreiber zu zahlenden Strompreise. Dann machen die Netzbetreiber damit ähnliche Gewinne wie mit abgeschriebenen Atomkraftwerken.

Desweiteren sollten die Kritiker des EEG-Wettbewerbsausgleich einmal überlegen, welchen Milliardenbeträge aus dem Steuersäckel an die großen Energiekonzern geflossen sind. Nach einigermaßen seriösen Berechnungen sind in der Zeit von 1955 bis heute mindestens 500 Milliarden EUR Steuergelder in die Kassen der Konzerne geflossen. Dazu kommen die die üppigen Vergünstigungen für Leitungen, Betriebsstoffe und die Verlagerung des Endlagerrisikos auf den Bürger.
Wenn man das betrachtet, dann ist die Solarförderung ein Schnäppchen. Aber sie ist auch eine Gefahr für die etablierten Konzerne, weil zum einen deren Machtposition aber auch deren Geldbeutel durch die Dezentralisierung bedroht wird.

erich

19.06.2012, 04:22 Uhr

genauso ist es.
endlich mal etwas vernunft in dieser anti-EEG Propagandaflut der buergerlichen, EVU-hoerigen Medien.

Uebrigens: warum haben ueber 60 Alender das deutsche EEG kopiert ?

Account gelöscht!

19.06.2012, 07:47 Uhr

Hallo gquell,

mich würde interessieren, wie du auf die 500 Milliarden Euro Steuergelder an die Energiekonzerne seit 1955 kommst.

Hast du dafür Quellen?

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