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09.01.2005

14:14 Uhr

Industrie

Großunternehmen steigern ihre Gewinne in diesem Jahr deutlich

Europäische und amerikanische Konzerne präsentieren sich in glänzender Verfassung. Die großen börsennotierten Unternehmen haben 2004 so viel verdient wie nie zuvor, 2005 werden sie die Gewinne noch einmal steigern – in Europa um acht, in den USA um durchschnittlich zehn Prozent.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Das zeigen nach Informationen des Handelsblatts übereinstimmend die Schätzungen der international führenden Finanzanalysehäuser Thomson Financial, Ibes und JC, die die Prognosen aller großen Investmentbanken auswerten.

„Die Unternehmensgewinne werden nicht mehr ganz so schnell steigen wie im vergangenen Jahr, aber das Gesamtbild bleibt äußerst positiv“, sagte Michael Thompson von Thomson Financial in New York. Die Analystenschätzungen für die Unternehmen im amerikanischen S&P-500-Index deuten auf einen durchschnittlichen Ertragszuwachs von zehn bis elf Prozent für 2005 gegenüber dem Vorjahr hin. Das liegt über dem Mittelwert der vergangenen 20 Jahre von neun Prozent. Im Jahr 2004 erlebten die S&P-500-Konzerne einen Gewinnsprung von durchschnittlich 19,1 Prozent. „Das war das höchste Plus seit 1993, und auch von der absoluten Gewinnsumme her haben wir die Boomjahre 1998 und 1999 längst überholt“, sagte Thompson.

Auffällig ist, dass die Unternehmen ihre Schulden stark abgebaut haben. Nach Berechnungen von Tobias Levkovich, US-Chefstratege der weltgrößten Bank Citigroup, betrug die durchschnittliche Verschuldung der S&P-500-Firmen vor fünfzehn Jahren mit 47 Prozent fast die Hälfte ihres Börsenwerts. Inzwischen sind sie auf ein Drittel des Marktwertes geschrumpft.

Die 50 größten Firmen in Europa dürften im laufenden Jahr um acht Prozent zulegen, signalisieren die Daten von Ibes. „Die stärksten Zuwächse sind bei Industriegüter- und Automobilfirmen zu erwarten“, sagte Carsten Klude von M.M. Warburg. Dazu gehören Siemens, EADS, MAN, VW und Daimler-Chrysler. Für sie wird mit einem Ergebnisplus zwischen 20 (Siemens) und 90 (VW) Prozent gerechnet. Wachstumseinbußen drohen allein dem Energiesektor. Ursache sind die fallenden Ölpreise.

Innerhalb Europas heben sich Deutschlands Firmen nur auf den ersten Blick positiv ab. Die Dax-30-Unternehmen dürften in diesem Jahr mit 20 Prozent mehr als doppelt so viel zulegen wie Europas 50 größte Firmen. Mindestens die Hälfte des Zuwachses in Deutschland dürfte aber auf die Umstellung der Bilanzierung auf IFRS entfallen. 2004 dürften die Dax-Unternehmen 72 Prozent zugelegt haben. Sie vergleichen sich allerdings mit dem sehr schwachen Jahr 2003, das viele Firmen für Einmal-Abschreibungen genutzt hatten.

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