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31.01.2011

16:32 Uhr

Grundsatzeinigung

Sanofi vor Übernahme von Genzyme

In das Milliardenpoker um die Übernahme der US-Biotechfirma Genzyme durch Sanofi-Aventis kommt Bewegung. Der französische Pharmakonzern erhält jetzt Einblick in die Bücher der Amerikaner. Offenbar haben sich die Unternehmen im Grundsatz auf eine Übernahme geeinigt.

Genzyme-Zentrale: Das Unternehmen öffnet seine Bücher für Sanofi. Quelle: Reuters

Genzyme-Zentrale: Das Unternehmen öffnet seine Bücher für Sanofi.

HB NEW YORK. Von der grundsätzlichen Einigung berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Sanofi verpflichtet sich, Informationen nicht weiterzugeben, die es beim Blick in die Bücher erhält. Beide Unternehmen loten derzeit Einigungsmöglichkeiten aus, nachdem Genzyme eine 18,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme-Offerte der Franzosen abgelehnt hatte.

Analysten äußerten sich positiv. "Das ist ein kritischer Schritt, der Sanofi nun eine offizielle Buchprüfung erlaubt", sagte ISI-Group-Analyst Mark Schoenebaum. Sein Kollege Navid Malik von Matrix Corporate Capital sieht die Vereinbarung als ein gutes Zeichen. "Das heißt, dass sie den strittigen Punkten, was einige Pipeline-Produkte wert sind, auf den Grund gehen können", merkte er an.

Die Börse nahm die Nachricht positiv auf. Genzyme-Aktien legten 2,9 Prozent zu, Sanofi-Papiere lagen 0,8 Prozent im Plus.

Im Kern geht es bei den Verhandlungen um die Gewährung sogenannter Contingent Value Rights (CVR), um unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich des Unternehmenswerts von Genzyme auszuräumen. Mit CVR-Verträgen werden Rechte eingeräumt, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Dabei steht die Bewertung des Genzyme-Hoffnungsträgers Lemtrada gegen Multiple Sklerose im Blickpunkt. Während die Offerte von Sanofi den Jahresumsatz des Präparats mit rund 700 Millionen Dollar ansetzt, traute das Genzyme-Management dem Präparat zuletzt in der Spitze Erlöse von rund 3,5 Milliarden Dollar zu. Mit der Ausgabe von CVRs könnten Genzyme-Aktionären etwa zusätzliche Zahlungen in Aussicht gestellt werden, die nur bei Entwicklungsfortschritten mit dem Präparat fällig werden.

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