Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2007

15:21 Uhr

Gute Absatzzahlen für MAN

Investor schießt bei MAN Scania weiter quer

MAN geht selbstbewusst in die nächste Runde des Übernahmpokers um Scania. Der deutsche Autobauer kann den Rückenwind der guten Zahlen gebrauchen, denn Scania-Großaktionär Investor hat nach wie vor seinen eigenen Kopf.

HB MÜNCHEN. Der MAN-Konzern geht mit kräftigem Rückenwind in die entscheidende Phase des Übernahmepokers um den Konkurrenten Scania. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern den Absatz von Lastwagen und Bussen um 17 Prozent auf über 87 000 Auslieferungen steigern. Damit sei man mehr als doppelt so stark gewachsen wie der europäische Markt, sagte Anton Weinmann, Chef der MAN Nutzfahrzeuge AG, am Donnerstag in München. „Mit diesen Erfolgen bestätigt sich unsere Wachstumsstrategie.“ Auch der Start ins neue Jahr sei vielversprechend verlaufen.

Der deutsche Autobauer kann den Rückenwind der guten Zahlen gebrauchen, denn Scania-Anteilseigner Investor hat nach wie vor seinen eigenen Kopf. Im Ringen um eine Lastwagen-Allianz hält Scania-Großaktionär Investor AB ein Gegenangebot der Schweden für den deutschen Konkurrenten MAN weiter für eine Option. „Es ist eine der Möglichkeiten, die man im Kopf haben sollte“, sagte Vorstandschef der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Investor, Borje Ekholm, der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag am Rande der Präsentation der Zahlen für das vierte Quartal.

Der Investor-Chef hielt ein Angebot für den ganzen MAN-Konzern wie für Teile weiter für vorstellbar. Scania hatte das gut zehn Mrd. Euro schwere Übernahmeangebot von MAN zurückgewiesen, aber gesagt, die industrielle Logik spreche für einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen. Ekholm sagte, man müsse sich ohne Vorbehalte alle verschiedenen Möglichkeiten anschauen. Die MAN-Aktie weitete unterdessen ihre Kursgewinne aus.

MAN beansprucht bei einer Fusion mit Scania die Führungsrolle. Auch bei der Profitabilität sieht Weinmann die Münchner inzwischen mindestens auf Augenhöhe mit dem schwedischen Konkurrenten. MAN bietet 10,3 Mrd. Euro für Scania. Da es Widerstand gegen die Offerte in Schweden und beim VW-Konzern gibt, der an MAN und Scania beteiligt ist, kommt die Übernahme derzeit nicht voran. Das Übernahmeangebot läuft noch bis zum 31. Januar.

Auch für 2007 ist Weinmann mit Blick auf die gute Auftragslage optimistisch. Im vergangenen Jahr stieg der Auftragseingang um 20 Prozent auf 97 000 bestellte Fahrzeuge. Der Auftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei 33 000 Lastwagen und Bussen (Vorjahr: 23 000).

Ein Nachlassen der Nachfrage ist derzeit noch nicht zu spüren. Vielmehr hat MAN zu Jahresbeginn mehrere Großaufträge erhalten. So habe die Bundeswehr weitere 500 Lkw von MAN in Auftrag gegeben, und der britische Lkw-Vermieter Hill Hire habe 480 Lastwagen bestellt, teilte die wichtigste Sparte des MAN-Konzerns am Donnerstag mit. Zusätzlich habe Hill Hire eine Option auf 420 zusätzliche Lkw vereinbart. Die Bundeswehr hatte bereits im Dezember 157 Lastwagen bei dem Münchner Hersteller geordert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×