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08.01.2015

13:12 Uhr

Gute Absatzzahlen

Renault wächst wieder

VonLukas Bay

Der französische Autobauer Renault kann zwar in Deutschland bei den Marktanteilen zulegen – verliert aber seinen Titel als größter Importeur. Für das neue Jahr sind die Ziele der Franzosen verhalten.

Die Kernmarke von Renault kann im Jahresvergleich wieder zulegen. dpa

Die Kernmarke von Renault kann im Jahresvergleich wieder zulegen.

DüsseldorfAuch wenn Renault nach 22 Jahren den Titel des größten Importeurs in Deutschland an die VW-Tochter Skoda abtreten muss, will man sich den Ärger darüber nicht anmerken lassen. Dieser Titel sei „kein isoliertes Ziel“, sagte ein Renault-Sprecher bei der Präsentation des Jahresergebnisse. Man konzentriere sich eher darauf, weiter die Verkäufe zu steigern, alles andere sei ein „netter Nebeneffekt“. Eine Kampfansage an Skoda klingt anders.

Dabei haben die Franzosen bei den Verkäufen auf dem deutschen Markt eigentlich ein ordentliches Ergebnis abgeliefert. Die eigenen Ziele, die man zu Beginn des Jahres ausgegeben hatte, wurden übertroffen. Mit 172.700 verkauften Autos der Marke Renault liegen die Franzosen rund 6,4 Prozent über dem Vorjahr – und wachsen auch stärker als der Markt. Damit legte auch der Marktanteil auf 5,3 Prozent zu.

Besonders die Kernmarke hat sich beim Absatz wieder berappelt. Mit 122.000 verkauften Fahrzeugen macht sie etwa zwei Drittel der Verkäufe aus und konnte im abgelaufenen Jahr um 6 Prozent zulegen. Dafür ist vor allem der Kleinwagen Clio verantwortlich, der mit 24.000 verkauften Fahrzeugen das meistverkaufte Modell ist.

Auch der neue Twingo ist in Deutschland gut angelaufen. Seit Ende September wurden rund 7000 Exemplare des Kleinstwagens verkauft, der sich die Technik mit dem neuen Smart fortwo teilt. Noch werden allerdings auch die verbliebenen Exemplare seines Vorgängers verkauft, der 2014 noch 14.000 Mal verkauft wurde.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Ob sich die insgesamt gestiegenen Absatzzahlen auch positiv auf die Bilanz auswirken, wollen die Franzosen erst Ende April verraten. Dann legt der Mutterkonzern seine Zahlen vor.

Doch der Blick auf die Details zeigt, dass die Rabattschlacht auf dem deutschen Markt nicht ganz spurlos an ihnen vorbei gegangen ist. Der Anteil der Eigen- und Händlerzulassungen ist leicht gestiegen und beträgt rund 34 Prozent – und liegt damit etwa auf dem Niveau der Verkäufe an Privatkunden. Diese Eigenzulassungen werden als „junge Gebrauchte“ meist weit unter der Preisempfehlung verkauft.

Besser sieht es bei der Schwester-Marke Dacia aus: Die Rumänen verkaufen rund 85 Prozent ihrer Fahrzeuge direkt an Privatkunden. Bei Rabatttricks hält man sich weitgehend zurück – deswegen gilt Dacia auch als besonders wertstabil. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist ihr Anteil am Markt, aber auch im Unternehmen weiter gewachsen. Unterm Strich steht ein Plus von 7,4 Prozent auf 50.700 verkaufte Fahrzeuge in Deutschland, den größten Anteil hat das Einstiegsmodell Sandero.

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