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11.01.2007

15:35 Uhr

Gute Daten geben Aktie Auftrieb

Erfolg mit Krebsmittel stärkt die Merck-Gruppe

VonSiegfried Hofmann

Drei Tage nach dem formellen Start ihrer neuen Pharmatochter Merck Serono kann die Merck KGaA mit einem Erfolg in der Medikamenten-Entwicklung aufwarten.

FRANKFURT. Das Krebsmittel Erbitux habe in einer Studie zur Erstbehandlung von Darmkrebspatienten das Ziel erreicht, die progressionsfreie Überlebenszeit der Patienten zu verlängern, teilte das Darmstädter Unternehmen am Mittwoch mit. Genauere Daten aus der Studie will Merck erst Anfang Juni auf der Jahrestagung der amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft ASCO publizieren. Dennoch honorierte die Börse gestern die Nachricht mit einem Kursplus bei der Merck-Aktie von mehr als einem Prozent in einem ansonsten schwachen Börsenumfeld. Auch die Börsenbewertung der US-Firma Imclone, die Erbitux ursprünglich entwickelt hatte, legte am Mittwoch zu.

Das Krebsmittel Erbitux ist eines der Schlüsselprodukte für den Merck-Konzern, der seine Pharmasparte jüngst durch den Mehrheitserwerb der Biotech-Firma Serono erweiterte. Bisher ist der Wirkstoff für die Therapie von Hals- und Kopftumoren sowie für die Zweitlinienbehandlung von Darmkrebspatienten zugelassen. Er kann bei Darmkrebs also nur eingesetzt werden, wenn andere Mittel versagt haben.

Mit den positiven Studien erhöhen sich für Merck nun die Chancen, dass der Wirkstoff auch für die Erstbehandlung von Darmkrebspatienten zugelassen wird und damit seine Wettbewerbsposition gegenüber dem derzeit führenden Produkt auf dem Gebiet, Avastin von Roche, verbessern kann. Nach Schätzung von Pharmaexperten der WestLB könnte daraus ein zusätzliches Marktpotenzial für Erbitux von mehr als 500 Mill. Euro resultieren. Für Merck sind solche Erfolge besonders wichtig, da die Produkt-Pipeline – trotz der Serono-Übernahme – als eher dünn gilt. Zudem will man sich künftig voll auf Originalmedikamente konzentrieren und das Geschäft mit Nachahmerprodukten verkaufen.

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