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03.07.2012

17:41 Uhr

Gute Prognose

Boeing lässt sich von Airbus nicht einschüchtern

In vier Jahren sollen die ersten Airbus-Flugzeuge aus US-Produktion abheben. Der Erzrivale Boeing bleibt trotz des Riesengeschäftes gelassen. Der Hersteller rechnet selbst mit einer sprunghaft steigenden Nachfrage.

Modelle des Boeing Business Jets sind während Veranstaltung auf dem Flughafen in Genf zu sehen. Reuters

Modelle des Boeing Business Jets sind während Veranstaltung auf dem Flughafen in Genf zu sehen.

New York/Farnborough/LondonFlugzeuge sind ein Megageschäft. Dennoch gibt sich Boeing betont gelassen zum Vorstoß seines Erzrivalen Airbus auf den amerikanischen Markt. Der europäische Konzern baut dort sein erstes eigenes Werk. „Für die Kunden ist vor allem das Produkt wichtig, seine Qualität und der Preis“, sagte Boeing-Marketingchef Randy Tinseth am Dienstag. „Es kommt nicht auf die Adresse an, die auf Deiner Visitenkarte steht.“

Airbus hatte am Tag zuvor angekündigt, für 600 Millionen Dollar (475 Mio Euro) in den USA eine Produktionsstätte für seinen Verkaufsschlager A320 zu errichten. Der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier hatte dies vor allem mit der größeren Nähe zu den wichtigen US-Kunden begründet, die bislang vor allem Boeing-Maschinen fliegen. Im Jahr 2016 sollen die ersten Maschinen die Werkshallen verlassen.

Boeings Reaktion fällt ungewöhnlich zurückhaltend aus. Die beiden Konzerne bekriegen sich seit Jahren vor der Welthandelsorganisation WTO wegen marktverzerrender staatlicher Subventionen. Beide Seiten spielen dabei jeweils das Opfer.

Hintergrund der Rivalität ist ein Flugzeuggeschäft, das rapide wächst. Boeing rechnet damit, dass im Jahr 2031 mit 39 780 Maschinen doppelt so viele Flugzeuge in der Luft sind wie heute. Für die in wenigen Tagen startende wichtige Luftfahrtmesse in Farnborough bei London (9. bis 15. Juli) werden zahlreiche neue Bestellungen erwartet.

Boeing schätzt, dass binnen 20 Jahren rund 34 000 Maschinen an die Kunden ausgeliefert werden im Gesamtwert von 4,5 Billionen US-Dollar (3,6 Billionen Euro). Vor einem Jahr war der US-Konzern bei seinem Blick in die Zukunft noch von einer Nachfrage nach 33 500 Maschinen im Wert von 4 Billionen Dollar ausgegangen.

Den Großteil der Bestellungen erwartet Boeing mit gut 12 000 Maschinen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Europa und Nordamerika dürften mit rund 7800 beziehungsweise 7300 Fliegern weit dahinter zurückbleiben. Weniger als die Hälfte der neuen Flieger würden dabei alte Maschinen ersetzen.

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