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07.01.2009

11:08 Uhr

Gute Prognosen

Hochtief rettet sich aus Krisenstrudel

VonEberhard Krummheuer

Nachdem die Wertberichtigungen bei australischer Tochter Leighton bekannt wirden, schickten die Anleger den Hochtief-Kurs zunächst auf Talfahrt. Doch der Baukonzern hat die Anleger inzwischen berühigt. Das Unternehmen könne die Verluste verkraften und an seinen Prognosen festhalten.

Eher hoch als tief: Der Baukonzern Hochtief kann Verluste gut verkraften. Foto: dpa dpa

Eher hoch als tief: Der Baukonzern Hochtief kann Verluste gut verkraften. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Der Essener Baukonzern Hochtief geriet gestern Vormittag vorübergehend in den Strudel der Finanzkrise, konnte sich aber mit eigener Kraft wieder daraus befreien. Nachdem die australische Konzerntochter Leighton für das letzte Quartal 2008 Wertberichtigungen von umgerechnet gut 100 Mio. Euro angekündigt hatte, ging der Aktienkurs von Hochtief am Morgen zunächst rapide auf Talfahrt. Er stabilisierte sich dann aber im Laufe des Tages weitgehend, nachdem der Konzern versichert hatte, an seinen Prognosen unverändert festzuhalten.

Das Unternehmen erwarte weiterhin Auftragseingang, Umsatz, Vorsteuerergebnis und Konzerngewinn über dem Niveau von 2007, heißt es in einer Erklärung. „Die Wertberichtigung bei Leighton kann verkraftet werden, ohne von unseren Prognosen abzurücken“, sagte Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Nervosität an der Börse erklärt sich aus der hohen Bedeutung, die die 55-prozentige Beteiligung an Leighton für Hochtief hat. Die australische Tochter, die stark im Infrastruktur-Ausbaugeschäft auf dem Fünften Kontinent tätig ist, steuert zum weltweiten Auftragsbestand und bei der Bauleistung jeweils etwa die Hälfte bei. Zum Ergebnis vor Steuern lieferte Leighton zuletzt fast 90 Prozent ab. Hochtief erreichte 2007 als Rekordwerte rund 16,5 Mrd. Euro Umsatz, einen Gewinn von 140 Mio. Euro und einen Auftragseingang von 23,5 Mrd. Euro.

Leighton hatte angekündigt, mehrere börsennotierte Beteiligungsgesellschaften niedriger als bisher in der Bilanz zu bewerten. Sie wurden dem aktuellen Börsenkurs angepasst. In der weltweiten Finanzkrise seien die Kurse dieser Beteiligungen in den letzten Wochen deutlich gefallen, erklärte der Baukonzern.

Bei den Unternehmen handelt es sich um Gesellschaften, die zur Verwirklichung einzelner großer Infrastrukturprojekte in Australien – Flughafenanbindungen oder Maut-Autobahnen – gegründet und an die Börse geführt werden. Über die Ausgabe von Aktien wird privates Kapital für die großen Bauvorhaben beschafft – sogenannte Privat Public Partnerships.

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