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03.01.2013

16:53 Uhr

Gute Verkaufszahlen

Amerikaner fliegen auf Fiats Knutschkugel

VonLukas Bay

Während in der Heimat die Verkäufe einbrechen, wird Fiat in den USA immer beliebter. Mit provokanten Werbespots haben die Italiener ihre Verkäufe signifikant gesteigert. Der Erfolg in den USA rettet das Konzernergebnis.

Ein Auto als Modeaccessoire: Der Fiat 500 wird in den USA immer beliebter. Reuters

Ein Auto als Modeaccessoire: Der Fiat 500 wird in den USA immer beliebter.

DüsseldorfGute Nachrichten für Fiat-Chef Sergio Marchionne: Seine Exportstrategie und seine kostspieligen Werbekampagnen zeigen Wirkung. Fiat ist in den USA so beliebt wie noch nie. Allein im Dezember legten die Verkäufe der italienischen Marke in Übersee um 59 Prozent zu. Dafür ist vor allem der Fiat 500, die Design-Knutschkugel, verantwortlich.

In provokanten Werbeclips hatten unter anderem der Skandalschauspieler Charlie Sheen und Supermodel Catrinel Menghia für den Fiat-Kleinwagen geworben.

Was die Verkaufszuwächse betrifft schlagen die Italiener sogar ihre Schwestermarken von Chrysler. Und das obwohl auch die Geländemarken Dodge (plus 26 Prozent) und Ram (plus 16 Prozent) ebenfalls außergewöhnlich gut abgeschnitten haben. Insgesamt konnte Chrysler so im 33. Monat in Folge seine Absatzzahlen ausbauen.

Über das gesamte Jahr gesehen hat Chrysler 2012 rund 1,65 Millionen Fahrzeuge verkauft – satte 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Jahr rechnen Experten mit einem Überschuss von 1,5 Milliarden Dollar. Mit ihrem guten Ergebnis kann die US-Tochter die miserable Fiat-Bilanz in der Heimat ausgleichen.

Die besten Autokonzerne im US-Qualitätsranking

Platz 20

Lincoln (USA)

Die Nobeltochter von Ford schneidet ebenfalls besser ab als der Mutterkonzern. Mit 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen ist die Qualität aber immer noch weit von der Spitze entfernt.

Platz 19

Kia (Korea)

Die Koreaner gehören zu den am stärksten wachsenden Autokonzernen der Welt. In der Qualität schlägt sich das bisher noch nicht nieder. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen lassen noch viel Luft nach oben.

Platz 18

Hyundai (Korea)

Auch der koreanische Mutterkonzern von Kia kommt im US-Qualitätsranking auf einen Mittelfeldplatz. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind unterdurchschnittlich.

Platz 17

Buick (USA)

Die goldenen Zeiten der General-Motors-Tochter liegen in der Vergangenheit. Auch im US-Qualitätsranking ist die Marke Mittelmaß. 106 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind nahe dem Durchschnitt.

Platz 16

Audi (Deutschland)

Von den drei deutschen Premiumherstellern schneidet die Marke aus Ingolstadt am schlechtesten ab. Das Ergebnis ist mit 105 Beschwerden auf 100 Neuwagen sogar leicht unterdurchschnittlich.

Platz 15

Chevrolet (USA)

International will GM die Marke massiv ausbauen. In den Augen der US-Verbraucher hat die Marke eine mittelmäßige Qualität. Sie kommt auf 100 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Platz 14

Ram (USA)

Die Chrysler-Tochter ist ein Ableger des berühmten Dodge-Modells Ram. Erstaunlicherweise schneidet die Marke im Qualitätsranking aber deutlich besser ab. 99 Beschwerden auf 100 Neuwagen reichen für das obere Drittel.

Platz 13

Nissan (Japan)
Mit dem Nissan Leaf gehörten die Japaner zu den ersten Autoherstellern, die in den USA ein reines Elektroauto an den Start brachten. Im Qualitätsranking verpassen sie die Top Ten mit 99 Beschwerden auf 100 Neufahrzeuge nur knapp.

Platz 12

GMC (USA)

Die US-Geländewagen drängen auf den europäischen Markt. Die US-Verbraucher schätzen die GM-Tochter für ihre Qualität. Sie kommt ebenfalls auf 99 Ausfälle auf 100 Neuwagen.

Platz 11

Mazda (Japan)

Einst führte der US-Hersteller die Japaner aus der Krise. In der Qualität führen sie mittlerweile den Retter vor. Mit 97 Beschwerden auf 100 Neuwagen verpassen sie einen einstelligen Platz nur knapp.

Platz 10

BMW (Deutschland)

Die Münchener gehören zu den großen Gewinnern im diesjährigen Qualitätsranking und machen vier Plätze gut. Mit 97 Problemen auf 100 Neufahrzeuge schaffen sie erstmals den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

Mercedes-Benz (Deutschland)

Der große Konkurrent Mercedes gehört dagegen zu den den großen Verlierern, auch wenn der Platz in der Top Ten verteidigt werden konnte. Im Ranking rutschen die Stuttgartern mit 96 Beschwerden von vierten auf den neunten Platz ab.

Platz 8

Toyota (Japan)

Auch den Japanern eilt der Qualitätsruf voraus. Zurecht, wie das Ranking zeigt. 88 Probleme auf 100 Neuwagen sind ein Wert, der deutlich besser ist als der Durchschnitt.

Platz 7

Infiniti (Japan)

Auf dem europäischen Markt hat Nissans Nobelmarke keine Chance, in den USA kommt die Marke besser ins Rollen. 84 Probleme auf 100 Neuzulassungen sind ein Spitzenwert.

Platz 6

Acura (Japan)

Auch die in Europa eher unbekannte Nobelmarke von Honda schneidet im Ranking gut ab. Sie kommt ebenfalls auf 84 Probleme bei 100 Neuwagen.

Platz 5

Honda (Japan)

Der zweitbeste asiatische Autohersteller im Ranking ist auch einer der führenden Motorenhersteller. Die US-Verbraucher bewerten die Modelle als sehr zuverlässig. Auf 100 Neuwagen kommen nur 83 Probleme.

Platz 4

Cadillac (USA)

Die GM-Tochter ist der härteste Wettbewerber der Ford-Tochter Lincoln, schneidet im Qualitätsvergleich aber deutlich besser ab. 80 Ausfälle pro 100 Neuwagen sind ein Wert, mit dem Cadillac das Treppchen nur knapp verpasst.

Platz 3

Porsche (Deutschland)

In Zuffenhausen können die Korken knallen. Der Sportwagenbauer ist erneut die beste deutsche Marke im Qualitätsranking und verpasst die Spitze nur knapp. 75 Probleme pro 100 Neuwagen sind ein sehr guter Wert.

Platz 2

Jaguar (Großbritannien)

Die britische Traditionsmarke gehört mittlerweile zum indischen Autobauer Tata Motors. Auf die Qualität hat das offenbar keine Auswirkungen. 75 Ausfälle pro 100 Neuwagen reichen für einen Platz an der Spitze.

Platz 1

Lexus (Japan)

Die Krone im Qualitätsranking geht an die Nobeltochter von Toyota. Keine Marke schneidet bei den US-Verbrauchern besser ab. 73 Beschwerden auf 100 Neuwagen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Zusätzlichen Rückenwind erhalten die Chrysler-Verkäufe durch die satten Rabatte, die momentan gewährt wurden. Mit durchschnittlich 3.200 Dollar pro Modell gab kein Autohersteller mehr Nachlass auf seine Neuwagen als Chrysler. Zuletzt hatte Marchionne auch VW-Fahrer in den USA mit einem zusätzlichen Rabatt gelockt.

Durch die starke Expansionsstrategie kann der US-Autobauer seinen Anteil am wachsenden US-Markt auf 11,4 Prozent ausbauen. Im Vorjahr waren es noch 10,7 Prozent. Dabei war der Chrysler-Konzern 2009 noch mit 5,9 Milliarden US-Dollar Staatshilfe vor der Pleite gerettet worden. Diese Schulden hat Chrysler längst beglichen. Seit 2011 werden wieder Gewinne eingefahren.

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