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07.02.2012

09:39 Uhr

Gute Zahlen

Toyota hebt seine Prognose an

Naturkatastrophen verhageln die Toyotas Bilanz. Doch der Autobauer könnte schon bald auf die Erfolgsspur zurückkehren: Der Gewinn soll höher ausfallen als erwartet. Japans Autobauer haben trotzdem noch viele Probleme.

In altem Glanz: Toyota kann wieder gute Zahlen vorlegen. Reuters

In altem Glanz: Toyota kann wieder gute Zahlen vorlegen.

TokioDer japanische Autobauer Toyota gibt wieder Gas: Nach harten ersten Monaten in Folge der Naturkatastrophen in Japan und Thailand sowie des starken Yen rechnet der Branchenprimus für das am 31. März endende Geschäftsjahr mit höheren Erlösen als erwartet. So dürfte sich der Nettogewinn auf 200 Milliarden Yen (zwei Mrd Euro) belaufen, elf Prozent mehr als noch im Dezember prognostiziert. An Umsatz werden jetzt 18,3 statt 18,2 Billionen Yen angepeilt, wie der Autobauer am Dienstag mitteilte.

In den ersten neun Monaten war der Nettoertrag noch von 382,7 Milliarden Yen im Vorjahr auf 162,5 Milliarden Yen gesunken. Als Gründe nannte Toyota die Folgen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im vergangenen März in Japan, die Flutkatastrophe in Thailand und den starken Yen. Der Umsatz ging um 10,2 Prozent auf 12,88 Billionen Yen zurück. Dank Kostensenkungen und einer Erholung der Produktion nach den Katastrophen in Japan und Thailand sollen die Erlöse nun steigen. 

Auch andere japanischen Autobauer leiden unter den Folgen der Katastrophe: Gestern gab Mitsubishi Motors bekannt, dass am Produktionsstandort im niederländischen Born ab Ende dieses Jahres kein neues Modell mehr in Produktion gegeben wird. Es ist das erste Mal, dass ein japanischer Autobauer die Fertigung in Europa beendet.

Hintergrund ist die schwache Nachfrage nach neuen Modellen angesichts der Schuldenkrise in Europa. Künftig will sich Mitsubishi Motors stärker auf Wachstumsmärkte wie Russland und China konzentrieren. Was aus dem Werk in Born wird, sei noch nicht entschieden.

Mitsubishis Tochterfirma Netherlands Car B.V., oder Nedcar, produziert in Born mit etwa 1500 Beschäftigten den Kleinwagen Colt sowie das Geländemodell Outlander. Doch die Anlage schöpft ihre Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus. In Spitzenzeiten lag sie bei rund 200.000 Fahrzeugen im Jahr, im vergangenen Geschäftsjahr waren es nur noch rund 50.000.

Damit ist die Fabrik für Mitsubishi überflüssig geworden. Der Konzern wird Europa künftig von Japan und Thailand aus beliefern, da es ein wichtiger Markt bleibe, hieß es. Seit vier Jahren sinken jedoch Mitsubishis Neuwagenverkäufe auf dem europäischen Markt.

Asiens Autohersteller

Wachstumsstark und clever

Viele kleinere Autohersteller aus Fernost haben Ambitionen, sich in den nächsten Jahren zu Weltmarken zu entwickeln:

SAIC (China)

Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) ist in Deutschland als VW-Partner bekannt, zeigt aber immer mehr Eigenständigkeit. 2011 wurden mehr als vier Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

SAIC (China)

Damit hat sich der Absatz seit 2005 vervierfacht. SAIC könnte als einer der ersten chinesischen Anbieter auf dem Weltmarkt bestehen. In Großbritannien verkauft SAIC unter der zugekauften Marke MG Rover bereits Autos.

BAIC (China)

Die Beijing Automotive Industry Corporation Group (BAIC Group) ist das Pekinger Gegenstück zu SAIC. BAIC kooperiert mit Daimler und Hyundai. In Europa ist sie zuletzt als möglicher Käufer für die schwedische Marke Saab ins Gespräch gekommen.

BAIC (China)

Der fünftgrößte chinesische Autobauer ist eine Kooperation mit der russischen AMS Group eingegangen, um den Markt des Nachbarlands für die eigenen Produkte zu erschließen.

Chery (China)

Chery ist wie BAIC und SAIC ein Staatsbetrieb, kommt aber etwas flippiger daher und ist der Exportchampion unter den Chinesen. Das Unternehmen setzt konsequent auf Absatz in anderen Schwellenländern und betreibt eigene Fabriken beispielsweise in Indonesien, der Ukraine oder der Türkei.

Chery (China)

Mit rund 800 000 abgesetzten Autos liegt Chery im chinesischen Ranking auf Platz sieben. Durch konsequente Ausgaben für eigene Entwicklung sichert sich der Anbieter eine solide Position im unteren Marktsegment.

Geely (China)

Der Ehrgeizling unter Chinas Autofirmen befindet sich nicht in Staatshand, sondern ist ein Privatunternehmen. Im Laufe des Jahres will das Unternehmen sein Topmodell Emgrand in Großbritannien und Italien auf den Markt bringen.

Geely (China)

Das ist konsequente Fortsetzung einer Strategie, die sich bereits 2010 im Kauf der schwedischen Traditionsmarke Volvo gezeigt hat: nicht kleckern, sondern klotzen – und konsequent auf Qualität setzen.

Tata (Indien)

Indiens wichtigstes Industrieunternehmen Tata strebt längst nach mehr als nur dem Rang eines regionalen Marktführers. Mit der Übernahme der britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover schrieb das Unternehmen 2008 Industriegeschichte.

Tata (Indien)

Der Konzern stellt im Jahr nur gut eine Million Fahrzeuge her. Doch mit Jaguar und Land Rover setzen die Inder auf internationales Wachstum und wollen zum ernst zu nehmenden Rivalen von BMW werden.

Hyundai-Kia (Südkorea)

Für VW-Boss Martin Winterkorn ist er einer der gefährlichsten Konkurrenten: Hyundai-Kia ist auf dem Vormarsch. Der fünftgrößte Autokonzern will 2012 erstmals die Sieben-Millionen-Schwelle überschreiten. Die Koreaner zählen zu den am schnellsten wachsenden Autokonzernen der Welt.

Hyundai-Kia (Südkorea)

Im vorigen Jahr steigerte der Konzern seinen Absatz weltweit um 15 Prozent. Hyundai-Kia verzeichnete damit drei Jahre hintereinander je zweistellige Zuwachsraten.

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