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10.01.2013

07:27 Uhr

Guter Ausblick

Deutsche Reifenbranche hofft auf Trendwende

ExklusivDer Umsatz der deutschen Reifenindustrie sank 2012 um rund fünf Prozent. Für dieses Jahr können die Hersteller jedoch optimistisch sein. Experten rechnen mit einem erhöhten Ersatzbedarf.

Autoreifen liegen in der Produktion des hannoverschen Unternehmens Continental AG: Die Reifenbranche geht optimistisch ins neue Jahr. dapd

Autoreifen liegen in der Produktion des hannoverschen Unternehmens Continental AG: Die Reifenbranche geht optimistisch ins neue Jahr.

HamburgNach einem schlechten Reifenjahr 2012 setzen Hersteller und Händler auf eine Wende. „Für 2013 erwarte ich ein kleines Marktwachstum in Europa. Das gilt sowohl für Pkw- wie für Lkw-Reifen“, sagte Continental-Vorstand Nikolai Setzer dem Handelsblatt. Setzer ist Chef der Reifensparte des Dax-Konzerns.

Die konjunkturelle Flaute traf die Industrie vergangenes Jahr doppelt: Hersteller produzieren Reifen für das Ersatzgeschäft und für Neuwagen. Im ersten Halbjahr 2012 ging der Umsatz der Reifenhersteller im Inland um 1,7 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro zurück. Das zweite Halbjahr fiel noch schlechter aus: Insgesamt sank der Umsatz der Reifenindustrie 2012 um rund fünf Prozent, bestätigte der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WdK) dem Handelsblatt. Den Rückgang bremste der weltweite Export von Reifen etwas ab, der weniger stark fiel als der Absatz im Inland.

Die Neuzulassungen von Autos sanken 2012 aufgrund der Schuldenkrise aber auch in der EU um mehr als sieben Prozent. Die Folge: „Der europäische Markt für Pkw-Reifen ist stark zurückgegangen“, sagte Conti-Vorstand Setzer. Europas Marktführer profitiert allerdings vom Trend zu Premiumprodukten. Besonders bei Winterreifen sind die Kunden wählerisch, wodurch Conti Marktanteile gewinnt. „Unser Winterreifenabsatz an den Handel in Europa ist gegenüber dem Vorjahr insgesamt um ein Prozent gestiegen, während der Verkauf an den Handel in Europa branchenweit in der Größenordnung von etwa zehn Prozent geschrumpft ist“, sagte Setzer dem Handelsblatt. Continental verkaufte 2012 erstmals mehr als 20 Millionen Winterreifen in Europa.

Die größten Reifenhersteller der Welt

Platz 12

Toyo Tire & Rubber (Japan) - 3 Milliarden Dollar

Rangliste nach Umsatz im Finanzjahr 2014, Quelle: Statista/Modern Tire Dealer

Platz 11

Kumho Tire (Südkorea) - 3,3 Milliarden Dollar

Platz 10

Cooper Tire & Rubber (USA) - 3,5 Milliarden Dollar

Platz 9

Cheng Shin Rubber (Taiwan) - 4,3 Milliarden Dollar

Platz 8

Yokohama Rubber (Japan) - 4,8 Milliarden Dollar

Platz 7

Hankook Tire (Südkorea) - 6,4 Milliarden Dollar

Platz 6

Sumutimo Rubber (Japan) - 6,9 Milliarden Dollar

Platz 5

Pirelli (Italien) - 8 Milliarden Dollar

Platz 4

Continental (Deutschland) - 12,9 Milliarden Dollar

Platz 3

Goodyear Tire (USA) - 17,8 Milliarden Dollar

Platz 2

Michelin (Frankreich) - 24,4 Milliarden Dollar

Platz 1

Bridgestone (Japan) - 29,3 Milliarden Dollar

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) zeigt sich für 2013 optimistisch: „Wir rechnen mit einem erhöhten Ersatzbedarf bei den Autos, die 2009 aufgrund der Abwrackprämie verkauft wurden“, sagte BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler dem Handelsblatt. Der Verkauf von Pkw-Reifen soll der BRV-Prognose zufolge 2013 um 5,4 Prozent steigen. „Der deutsche Markt würde dann wieder das Niveau von 2009 erreichen“, so Drechsler. Im vergangenen Jahr sank der Verkauf von Autoreifen um 10,1 Prozent auf 44,3 Millionen. Damit erreichte der deutsche Markt 2012 nur knapp das Niveau von 2008.

Von

mcs

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