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10.08.2011

17:13 Uhr

Guter Jahresstart

Kärcher wächst auch ohne China

ExklusivDer Weltmarktführer für Reinigungstechnik machte im ersten Halbjahr glänzende Geschäfte. Zum Gewinn trugen vor allem die hoch entwickelten Industrieländer bei.

Ein Mitarbeiter von Kärcher montiert im Werk in Winnenden eine Scheuersauger-Reinigungsmaschine. Quelle: dpa

Ein Mitarbeiter von Kärcher montiert im Werk in Winnenden eine Scheuersauger-Reinigungsmaschine.

Der Weltmarktführer für Reinigungstechnik Kärcher  expandiert stärker als je zuvor. China braucht er dafür nicht. China, Indien, die Triebfedern beispielsweise der Autoindustrie spielen für Kärcher eine untergeordnete Rolle. „In den meisten Schwellenländern ist der Arbeitslohn noch zu günstig. Da wird noch viel mit der Hand geputzt“, erklärt Kärcher-Chef Hartmut Jenner im Gespräch mit dem Handelsblatt. Seine Produkte dagegen sparen Arbeitskraft und sind deshalb in hoch entwickelten Industrieländern besonders gefragt, vor allem auch im gewerblichen Bereich. Noch sei China nicht so weit. Aber er prophezeit schon mal: „Wir werden die ersten sein, die China erobern.“ Dabei schaut er sich die Vorbilder aus der Autoindustrie genau an. „Es wird nur mit Produkten speziell für den Markt gehen“, weiß Jenner.

Das Geschäft mit der schwäbischen Sauberkeit floriert. Im ersten Halbjahr legte Kärcher beim Umsatz 12,1 Prozent auf 918, 6 Millionen Euro zu. „Das werden wir im zweiten Halbjahr auch zweistellig halten“, verspricht der Kärcher-Chef. Schon 2010 legten die Schwaben um 17 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro Umsatz zu. Hauptsächlich  wuchs Kärcher in den vergangenen Jahren vornehmlich aus eigener Kraft, aber  auch durch gezielte Zukäufe.

Vor gut einem halben Jahr kaufte Kärcher die schwedische Firma Belos, einen Anbieter von Reinigungsgeräten für Kommunen. Im März übernahm Kärcher dann die Mehrheit an dem Duisburger Firmenverbund Woma. Dieses Unternehmen mit rund 35 Mio. Euro Jahresumsatz ist auf stationäre und mobile Höchstdrucksysteme spezialisiert. Auf Shopping-Tour fühlt sich Jenner nicht. „Wir müssen Zukäufe immer erst ordentlich verdauen. Alles Schritt für Schritt“, sagt Jenner.

Den Gewinn nennt Jenner „zufrieden stellend“. Konkrete Zahlen verrät er noch nicht und verweist auf den Bundesanzeiger. Dort ist für 2009 ein Überschuss von 64 Mio. Euro ausgewiesen. Die Zahl für 2010 wird erst Ende des Jahres veröffentlicht. Die Eigenkapitalquote des Familienkonzerns liegt aber deutlich über 50 Prozent. Der

Von

mwb

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