Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2011

11:25 Uhr

Gutes erstes Quartal

Siemens hebt seine Ergebnisprognose an

Siemens ist ein überraschend guter Start ins neue Jahr geglückt. Der Münchener Konzern hob heute Morgen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an.

Ein 87 Tonnen schweres Maschinenhaus einer Offshore Windkraftanlage: Bei Siemens läuft's. Quelle: dpa

Ein 87 Tonnen schweres Maschinenhaus einer Offshore Windkraftanlage: Bei Siemens läuft's.

MünchenDer globale Boom erneuerbarer Energien lässt Siemens in eine rosige Zukunft blicken. Der Konzern hob am Mittwoch seine Jahresprognose wegen brummender Geschäfte mit Windkraftanlagen, Stromnetzen, Industrieausrüstung und milliardenschwerer Verkaufserlöse kräftig an. Die Siemens-Auftragsbücher füllen sich immer stärker. Das Volumen der Neubestellungen kletterte im vergangenen Quartal dank zahlreicher Großaufträge für Windanlagen und Stromübertragungstechnik um gut ein Viertel auf 20,65 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Ökostrom-Technik steige weiter. „Es hat in dem Bereich einen Schub nach den Ereignissen in Japan gegeben“, sagte Finanzchef Joe Kaeser in einer Telefonkonferenz.

Die Münchner peilen nun einen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr von mindestens 7,5 Milliarden Euro an. Das entspricht auf vergleichbarer Basis einem Zuwachs von drei Vierteln gegenüber dem Vorjahr. Bislang war Siemens von einem Gewinn aus dem fortgeführtem Geschäft von bis zu 5,5 Milliarden Euro ausgegangen. In der neuen Prognose sind die Ergebnisse der verlustträchtigen und verkauften IT-Sparte SIS ebenso nicht mehr enthalten wie die der Leuchtmitteltochter Osram, die im Herbst an die Börse gehen soll.

Analysten lobten den hohen Auftragseingang, an der Börse konnten die Zahlen dennoch nicht überzeugen: Die Siemens-Aktie knickte eineinhalb Prozent ein. „Der Umfang der neuen Prognose ist bereits so erwartet worden“, sagte ING-Analyst Axel Funhoff.

Bereits gut ein Drittel der Aufträge kommt inzwischen aus den Schwellenländern. „Durch die hohe Vergleichsbasis wird hier weiteres Wachstum schwieriger, aber die wachsende Nachfrage nach Gasturbinen, Offshore-Windparks und Automatisierungstechnik aus China sollte Auftragseingang und Umsatz für mehrere Quartale weiter antreiben“, urteilte Analyst Michael Busse von Silvia Quandt Research.

Aber auch im Heimatland laufen die Geschäfte gut. Nach einem Orderzuwachs von drei Vierteln im vergangenen Jahr steht Siemens bereits der nächste Großauftrag ins Haus. Im laufenden Quartal erhalte Siemens mit der Bestellung der neuen Hochgeschwindigkeitsflotte der Deutschen Bahn den größten Auftrag seiner Geschichte, sagte Vorstandschef Peter Löscher. Die Order für die neuen Fernzüge wird auf gut sechs Milliarden Euro geschätzt. Dem französischen Rivalen Alstom erging es zuletzt nicht so gut: Der Zugbauer musste im Auftaktquartal einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×