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31.08.2011

15:08 Uhr

Gutes Halbjahr

Schaeffler investiert in neue Werke

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat die Zahlen für die ersten sechs Monate des Jahres vorgelegt. Es läuft rund und die Franken arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Die Fusionspläne mit Conti liegen weiter auf Eis.

Ein Mitarbeiter der Firma Schaeffler. ap

Ein Mitarbeiter der Firma Schaeffler.

MünchenDer Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr kräftig zugelegt. Die Erlöse kletterten um 17,9 Prozent auf 5,379 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 19,5 Prozent auf 883 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 641 Millionen; vor Jahresfrist stand noch ein Nettoverlust von 260 Millionen Euro zu Buche.

Die nach der Übernahme des Rivalen Continental weiter hoch verschuldeten Franken profitieren weiter vom kräftigen Boom der Automärkte, aber auch von der weiter wachsenden Nachfrage aus der Industrie. Vor allem in Asien, aber auch in Amerika legte das Geschäft zuletzt kräftig zu.

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Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger schraubte die Prognose leicht an, „wenngleich sich die Wachstumsraten im Vergleich zum ersten Halbjahr abschwächen dürften“. Hinweise auf einen Abschwung gebe es aber nicht. „Wir sehen keine Anzeichen, dass es nach unten geht“, sagte Geißinger. Im Gegenteil werde im Konzern derzeit an der Grenze der Kapazität gearbeitet, das Unternehmen investiere kräftig in den Ausbau der Produktion, neue Werke und neues Personal - und das weltweit. 2011 sollen insgesamt 8.000 Jobs hinzukommen, 1.600 davon in Deutschland. Die übrigen vor allem in Asien und dort in China, aber auch auf anderen Märkten verstärke Schaeffler seine Präsenz.

Trotzdem gibt es Risiken

Für 2011 kündigte er ein Umsatzwachstum „von mehr als zehn Prozent“ an. Bisher war ein Plus von acht bis zehn Prozent, beziehungsweise eine Umsatzmarke von 10 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Bei der Umsatzrendite (Ebit-Marge) geht Schaeffler weiter davon aus, einen Wert über 13 Prozent zu erzielen.

Dennoch gebe es Risiken, ausgelöst etwa durch die Schuldenkrise in Europa und den USA, aber auch durch steigende Rohstoffkosten, etwa für Stahl. Inwieweit die Schaeffler belasten, hänge davon ab, wie viel davon an Kunden weitergegeben werden könne.

Die Pläne für eine mögliche Fusion mit dem einstigen Rivalen liegen allerdings weiter auf Eis. „Es gibt keinen Zeitplan für eine Fusion“, sagte Geißinger. Die Zusammenarbeit mit den Hannoveranern bei konkreten Projekten werde aber weiter vorangetrieben. „Das entwickelt sich laufend besser.“ Auf Schaeffler lasten weiter Schulden von gut 6 Milliarden Euro. Die Franken hatten Conti kurz vor der Finanzkrise übernommen und sich an dem Deal beinahe verhoben.

Weltweit beschäftigt Schaeffler inzwischen mehr als 70.000 Menschen. Auf Schaeffler lastet seit der Übernahme des Rivalen Continental ein hoher Schuldenberg. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen erstmals detaillierte Geschäftszahlen vorgelegt.

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