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27.04.2015

12:19 Uhr

Hackerangriff auf Elektroautobauer

Ein Tesla gratis

VonLukas Bay

Hacker führen Tesla vor. Mehrere Minuten lang übernehmen sie Homepage und Twitter-Account des Elektroautopioniers, verwirren die Kunden – und versprechen sogar einen Gratis-Tesla für jeden Anrufer.

Das Model S von Tesla gibt es ab 70.000 Euro. Doch auf dem Twitter-Account wurde das Elektroauto umsonst angeboten - allerdings nur wegen eines Hacker-Angriffs. AFP

Ein Model S umsonst?

Das Model S von Tesla gibt es ab 70.000 Euro. Doch auf dem Twitter-Account wurde das Elektroauto umsonst angeboten - allerdings nur wegen eines Hacker-Angriffs.

Palo Alto„Kostenloser Tesla – rufen Sie an: (630)....“ – die wenigsten Follower des US-Elektroautopioniers dürften wirklich erwartet haben, dass sie unter der unbekannten Nummer aus Illinois wirklich ein kostenloses Model S erwartet. Ganz offensichtlich war der Twitter-Account gehackt worden.

Der Account-Name des Elektropioniers war von den Unbekannten in der Nacht zu Samstag von Tesla Motors in #RIPPRGANG umbenannt worden. Und auch die Website von Tesla war in den Händen der Hacker: Wo sonst die Fahrzeuge des Konzerns angepriesen werden, blinkten bunte Bilder und verwirrende Botschaften. Ein Hack, der eigentlich als Skurrilität abgehakt werden könnte.

Für Tesla ist sie allerdings besonders unangenehm. Immerhin rühmen sich die Kalifornier, der technische Vorreiter der Branche zu sein. Erst kürzlich hatte das Unternehmen angekündigt, die eigenen Modelle schon bald autonom auf die Straße zu schicken. Doch der jüngste Hack dürfte Zweifel bei der Kundschaft nähren, dass sensible Fahrzeugdaten bei den Amerikanern in sicheren Händen sind, wenn sie nicht einmal den eigenen Twitter-Account und die Homepage schützen können.

Denn so kindisch wie der Hack auch daherkam: Er muss von langer Hand vorbereitet gewesen sein. Auch Gründer Elon Musk wurde von den Hackern aufs Korn genommen – sein privater Twitter-Account wurde geknackt. Als Profilbild verpassten die Unbekannten dem Tesla-Chef den James-Bond-Bösewicht Ernst Stavro Blofeld – einen Irren mit Weltherrschafts-Phantasien.

Der mehrfach verlinkte Twitterer @rootworx distanzierte sich via Twitter von dem Angriff. Der von den Hackern als Henry S. aus Ostrego, Illinois, bezeichnete Besitzer des Accounts vermutet einen finnischen Hacker hinter dem Angriff. Konsequenzen hatte der Hack für den Blogger dennoch. Sein Telefon stünde seitdem nicht mehr still, teilte er über Twitter mit. Ein Follower soll sogar persönlich bei ihm zuhause aufgetaucht sein, um seinen kostenlosen Tesla abzuholen.

In Deutschland läuft das Geschäft mit den bezahlten Tesla-Modellen dafür so gut wie nie: Im März 2015 konnte der Autobauer genau 211 Fahrzeuge ausliefern, so viel wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Deutschland-Chefs Philipp Schröder sind damit 1.500 Model S auf deutschen Straßen unterwegs. Noch in diesem Jahr könnte Tesla ernsthaft ins Flottengeschäft einsteigen: Derzeit befindet sich eine eigene Leasinggesellschaft im Aufbau, die Geschäftskunden Angebote liefern soll.

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