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11.07.2014

11:52 Uhr

Halbjahres-Absatz

VW legt in China nochmal kräftig zu

VW-China-Vorstand Heizmann blickt voraus auf ein weiteres Rekordjahr: Volkswagen hat seinen Absatz in China in den ersten sechs Monaten um 17,5 Prozent gesteigert. Investitionen sollen das Wachstum sichern.

An Tiecheng, Chef von FAW Volkswagen, steht auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai im chinesischen Shanghai neben einem Volkswagen New CC: VW feiert in China einen Rekordabsatz. dpa

An Tiecheng, Chef von FAW Volkswagen, steht auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai im chinesischen Shanghai neben einem Volkswagen New CC: VW feiert in China einen Rekordabsatz.

PekingFür Volkswagen ist die Welt weiter zweigeteilt: Während die Fahrzeuge des Wolfsburger Autobauers auf dem größten Pkw-Markt China in der ersten Jahreshälfte heiß begehrt waren und der Konzern auch in Europa mehr Autos verkaufte, schrumpften die Auslieferungen in den USA und Südamerika teils massiv. Bis Ende Juni rollten - ohne die beiden Lkw-Töchter MAN und Scania - rund um den Globus knapp fünf Millionen Wagen zu den Kunden, plus sechs Prozent. Wenn Volkswagen dieses Wachstum beibehält, rückt das für dieses Jahr selbst gesteckte Ziel von mehr als zehn Millionen verkauften Wagen näher. Allein im Juni schlug Volkswagen weltweit 859.000 Fahrzeuge los, plus vier Prozent.

Besonders hoch fiel der Zuwachs in China aus. An die Kundschaft gingen dort in den ersten sechs Monaten 1,8 Millionen Pkw - mehr als ein Drittel der weltweit ausgelieferten Wagen. Mit plus 17,5 Prozent war das Wachstum zudem in keinem anderen Land stärker. Die Hauptmarke VW Pkw steigerte den Absatz in der Volksrepublik um 18,5 Prozent, Audi wuchs dort um 17,8 Prozent. Während die Ingolstädter Oberklasse-Tochter auch in den USA zulegen konnte, blieb Nordamerika für den Konzern insgesamt eine Baustelle.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

In der ersten Jahreshälfte sanken die Auslieferungen von Volkswagen auf dem weltweit zweitgrößten Pkw-Markt um fünf Prozent. Das liegt vor allem daran, dass sich der eigens für den US-Markt entwickelte Passat nicht mehr so gut verkauft und VW dort zudem bislang keinen großen Geländewagen oder Pick-up im Angebot hat - beides sind Fahrzeugarten, die bei den Amerikanern sehr beliebt sind. Damit bekommen die Wolfsburger nach Meinung von Analysten Fehler der Vergangenheit in der Modellpolitik schmerzlich zu spüren.

Zweite Problemregion ist Südamerika, wo der Konzern in den ersten sechs Monaten gut ein Fünftel weniger Autos verkaufte als vor Jahresfrist. Allein in Brasilien, dem Land der Fußball-WM, sank der Absatz um 18 Prozent. In Westeuropa kletterte der Absatz dagegen um acht Prozent. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland lieferte Volkswagen fünf Prozent mehr aus als vor einem Jahr.

Die zweigeteilte Absatzentwicklung dürfte für Volkswagen auch in den kommenden Monaten anhalten. Das wirtschaftliche Umfeld bleibe in einigen Weltmärkten weiter angespannt, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Von

rtr

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