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13.08.2012

08:00 Uhr

Halbjahresbericht

Eon-Gaskunden gehen leer aus

VonTobias Döring

Der Energiekonzern macht wieder dicke Gewinne. Die Einigung im Gasstreit mit Gazprom ist für Eon im ersten Halbjahr Milliarden wert. Nur einer profitiert nicht: der Verbraucher.

Eon verdient durch die Einigung mit Gazprom mehr, zum 1. September 2012 hat der Energiekonzern aber eine Preiserhöhung angekündigt. dpa

Eon verdient durch die Einigung mit Gazprom mehr, zum 1. September 2012 hat der Energiekonzern aber eine Preiserhöhung angekündigt.

DüsseldorfDie Eon-Zahlen für das erste Halbjahr 2012 können überzeugen. Der Energiekonzern hat einen Nettogewinn von 3,13 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 230 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse kletterten um knapp ein Viertel auf 65,4 Milliarden Euro.

Die Anleger atmen tief durch. Sie dürfen darauf hoffen, dass der Kurs der Aktien in naher Zukunft mal wieder über die 20-Euro-Marke klettert. Vor mehr als einem Jahr ist der Kurs darunter gesackt und seitdem nicht mehr über diese Schwelle gestiegen – aktuell liegt er bei knapp 18 Euro.

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Die Eon-Gaskunden dürften die hohen Gewinne des wiedererstarkten Energieriesens dagegen überhaupt nicht überzeugen. Denn von den Milliarden-Überschüssen werden sie gar nichts haben. Wenn die nächste Gasrechnung ins Haus flattert, werden sie sogar mehr zahlen müssen. Der Energieversorger hatte Ende Juni Preiserhöhungen für fünf seiner Regionalgesellschaften angekündigt.

Dabei ist es vor allem das Erdgas, das für den dicken Eon-Gewinn sorgt – nur ein gutes Jahr nach dem vorgezogen Atomausstieg der Regierung Merkel und den damit verbundenen Einnahmeausfällen für den Energiekonzern. Denn der Düsseldorfer Versorger hat sich Anfang Juli, nur wenige Tage nach der Ankündigung der Preiserhöhung, mit Gazprom auf neue Lieferverträge geeinigt. Darauf hatte der Vorstand um Eon-Chef Johannes Teyssen lange hingearbeitet.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Der Deal macht das Gas für Eon günstiger und gilt rückwirkend bis ins vierte Quartal 2010. Allein im ersten Halbjahr 2012 bringt die Einigung eine Milliarde Euro fürs Ergebnis. In letzter Zeit hatte sich Gas zum Verlustgeschäft entwickelt. Eon kaufte Erdgas über die Eon Ruhrgas zu langfristig festgelegten Konditionen bei Gazprom ein, musste es aber aufgrund des Überangebots unter Einkaufspreis an Großkunden wie Stadtwerke verkaufen. Die Tochterfirma Eon Ruhrgas machte deshalb im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 700 Millionen Euro.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

13.08.2012, 08:09 Uhr

Die Probleme mit Gasprom kann doch der Gerhard Schröder regeln. Der hätte doch einen Draht dazu.

Account gelöscht!

13.08.2012, 08:55 Uhr

Wieso? Für Gazprom und Schröder gibts keine Probleme, also wieso sollte er etwas regeln.

Ich hoffe die Kunden kündigen in Massen, wahrscheinlich sind aber viele selbst dafür zu dämlich

IRR

13.08.2012, 09:05 Uhr

Das ist doch wie mit Allem, geht der Preis rauf, geben die Unternehmen den Preis weiter, geht der Preis runter, bekommt der Verbraucher nichts ab, wahrscheinlich wegen Absprache.

Das kann man beim Benzin sehen, beim Kaffee usw. .
Wäre mehr Wettbewerb, dann könnte der Verbraucher davon provitieren. Es gibt aber wohl zu wenig Wettbewerb in einigen Sparten. So auch bei den Stromanbietern.

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