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26.07.2013

11:10 Uhr

Halbjahresbilanz

Renault spart sich aus der Krise

Obwohl der Heimatmarkt weiter in der Krise steckt, kann der französische Autobauer Renault den Gewinn steigern. Vor allem die Billigtochter Dacia legt im ersten Halbjahr kräftig zu.

Die vierte Generation des Clio gehört zu den Verkaufsschlagern von Renault. dpa

Die vierte Generation des Clio gehört zu den Verkaufsschlagern von Renault.

ParisRenault macht trotz der Absatzkrise in Europa im operativen Geschäft Fortschritte. Dank einer höheren Profitabilität stieg das Betriebsergebnis vor Sonderkosten im ersten Halbjahr 2013 um 15 Prozent auf 583 Millionen Euro, wie der französische Autobauer am Freitag mitteilte. Der Umsatz ging insgesamt leicht um 0,9 Prozent auf 20,44 Milliarden Euro zurück. Das Gesamtergebnis wurde allerdings von Sonderposten stark belastet. Es sank von 734 auf nur noch 39 Millionen Euro. Unter anderem mussten die Franzosen für ihr Iran-Geschäft 512 Millionen Euro Rückstellungen wegen der verschärften Sanktionen gegen das Land verbuchen und auch das Sparpaket belastete zunächst mit 173 Millionen Euro.

„Wir sind auf Kurs, unsere Ziele für 2013 zu erreichen“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn am Freitag. Die Renault-Mitarbeiter hatten im Frühjahr einem harten Sparkurs zugestimmt, nach dem bis 2016 rund 7500 Stellen nicht neu besetzt werden sollen. Außerdem wurden die Gehälter eingefroren. Renault leidet wie fast die komplette Branche unter der Nachfrage-Flaute in Europa. Das Geschäftsumfeld sei besonders in Frankreich schwieriger als erwartet, hieß es. Trotzdem will die Gruppe mit den Marken Renault, Dacia und Renault Samsung Motors bis Ende des Jahres mehr Autos verkaufen als 2012.

Die meistverkauften Modelle von Renault (Stand: 1 HJ 2013)

Platz 10

Trafic - 31.434 verkaufte Fahrzeuge

Der Kleintransporter, der in Kooperation mit GM hergestellt wird, ist mittlerweile schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Im ersten Halbjahr sank der Absatz des Modells um 14,1 Prozent.

Platz 9

Master - 31.434 verkaufte Fahrzeuge

Auch der Sprinter-Konkurrent stammt aus der Gemeinschaftsproduktion mit GM. Doch in der Wirtschaftskrise schrumpft die Nachfrage nach Transportern, insgesamt sank der Absatz im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent.

Platz 8

Twingo - 46.880 verkaufte Fahrzeuge

Anfang 2012 kam eine überarbeitete Version des Kleinstwagens auf den Markt. In der Verkaufsstatistik ist das Modell im ersten Halbjahr um satte 23,1 Prozent abgestürzt.

Platz 7

Fluence - 64.432 verkaufte Fahrzeuge

Wegen geringer Nachfrage wurde der Verkauf der Stufenhecklimousine in Deutschland Mitte 2012 eingestellt. Mittlerweile ist nur noch die Elektroversion erhältlich. Weltweit verkauft sich das Modell um 4,9 Prozent schlechter.

Platz 6

Kangoo - 69.789 verkaufte Fahrzeuge

Der Hochdachkombi galt in seinem Segment lange als führend. Doch die Verkaufsstatistik nährt Zweifel, dass die besten Jahre vorbei sein könnten: Der Verkauf knickte im erste Halbjahr um mehr als ein Viertel (minus 25,3 Prozent) ein.

Platz 5

Logan - 130.897 verkaufte Fahrzeuge

Das einstige 5000-Euro-Auto machte als Preisbrecher Furore und wird in Deutschland meist als Lastvariante MCV verkauft. Doch auch das rumänische Billigmodell verkaufte sich im ersten Halbjahr 24,6 Prozent schlechter.

Platz 4

Sandero - 159.065 verkaufte Fahrzeuge

Das Kompaktmodell der rumänischen Tochter basiert auf dem Clio und verkauft sich derzeit weltweit blendend. Die Verkäufe legten um 5,2 Prozent zu.

Platz 3

Mégane / Scénic - 159.065 verkaufte Fahrzeuge

Die Modellfamilie mit dem französischen Frauennamen wird kleiner. Die Stufenhecklimousine musste dem Fluence weichen. Insgesamt sinken die Verkäufe der Mégane-Familie um 25,7 Prozent.

Platz 2

Duster - 188.868 verkaufte Fahrzeuge

Seit 2010 mischt der Mini-SUV der rumänischen Tochter Dacia den europäischen Markt auf. Das Absatzwachstum ist rasant: Allein im ersten Halbjahr zogen die Verkäufe um 49,7 Prozent an. Nur ein Modell ist noch wichtiger für Renault.

Platz 1

Clio - 243.389 verkaufte Fahrzeuge

Die vierte Generation des Kleinwagens rollt erst seit November 2012 vom Band. Das gibt der Nachfrage einen zusätzlichen Schub. Der Verkäufe im ersten Halbjahr ziehen um 26,4 Prozent an.

Im ersten Halbjahr setzte Renault mit 1,3 Millionen Fahrzeugen 1,9 Prozent weniger ab als noch vor einem Jahr. In Europa betrug das Minus 7,3 Prozent. Damit schrumpft Renault schneller als der Gesamtmarkt und büßt damit erneut Marktanteile ein.

Obwohl die Kernmarke Renault, die rund 81,5 Prozent aller Verkäufe ausmacht, ihre internationalen Verkäufe um 4,3 Prozent steigern konnte, konnte das weltweite Wachstum die Absatzeinbrüche in Europa nicht wieder wettmachen. Dort verkaufte Renault 12,5 Prozent weniger Fahrzeuge.

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