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07.11.2011

14:16 Uhr

Halbjahresfinanzbericht

Leica wieder auf der Straße zum Erfolg

Der Kamerahersteller Leica ist auf dem Weg zu neuen Rekorden. Nach einer deutlichen Steigerung von Umsatz und Betriebsergebnis im ersten Geschäftshalbjahr hob der Unternehmensvorstand in Solms seine Prognose deutlich an.

Eine Kamera des Herstellers Fotoherstellers Leica. ap

Eine Kamera des Herstellers Fotoherstellers Leica.

SolmsNach dem Einstieg des Finanzinvestors Blackstone soll der legendäre Kamerahersteller von der Börse genommen werden.

Wie Leica in einer Pflichtmitteilung für die Börse berichtete, stieg nach vorläufigen Berechnungen der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um 27,9 Prozent im Vorjahresvergleich auf 141,7 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs sogar um 138,6 Prozent auf 33,1 Millionen Euro. Genauere Zahlen will Leica am 10. November vorlegen. Der Vorstand hob „aufgrund der außerordentlich guten Entwicklung im ersten Halbjahr“ seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr dramatisch an: Der Umsatz soll nach den Worten von Finanzvorstand Andreas Lobejäger nun um mindestens zehn Prozent wachsen.

Bisher hatte das Unternehmen ein Plus von nur drei bis fünf Prozent vorausgesagt. Das Ebit, das bislang bei über 20 Millionen Euro angesetzt war, soll nach der neuen Prognose 20 Prozent über dem Vorjahreswert von 41,5 Millionen Euro liegen. Die positive Geschäftsentwicklung zeige, „dass es für Leica die richtige Entscheidung war, auf neue, innovative Produkte zu setzen und nunmehr mit einem kompletten, vollständig digitalen Kameraportfolio am Markt zu sein“, erklärte Vorstandschef Alfred Schopf.

Der weltberühmte Kamerahersteller war beinahe in die Pleite gerutscht, nachdem er den Wandel zur Digitaltechnik verschlafen hatte. Zur Rettung kam der österreichische Investor Andreas Kaufmann. Der will nun nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Blackstone die Leica Camera AG wieder von der Börse nehmen. Blackstone hatte Mitte Oktober die Übernahme von 43,9 Prozent der Leica-Anteile bekanntgegeben, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. 53,5 Prozent der Aktien blieben demnach bei den Brüdern Kaufmann und deren Investmentfirma ACM Projektentwicklung.

Kaufmann teilte am Freitag mit, er wolle die Besitzer der restlichen 2,44 Prozent der Stimmrechte bis spätestens April 2012 gegen eine entsprechende Abfindung aus dem Unternehmen drängen. Dann soll Leica von der Börse genommen werden. Kaufmann begründete den angestrebten Squeeze-out damit, dass mit dem Einstieg von Blackstone „eine Finanzierung von Leica über den Kapitalmarkt künftig nicht mehr notwendig“ sei. Zudem verringere der Rückzug von der Börse die Kosten im Unternehmen, weil keine Hauptversammlungen mehr einberufen und Quartalsberichte erstellt werden müssten.

Von

dapd

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