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17.11.2011

16:57 Uhr

Halbjahreszahlen

Brauer SABMiller vor härteren Zeiten

In den Industriestaaten sparen die Kunden aus Angst vor Rezession und Arbeitslosigkeit auch am Bier. Der britische Braukonzern SABMiller stellt sich auf schwierigere Zeiten in den USA und Europa ein.

Eine Kellnerin zapft Bier in einem Pub. Reuters

Eine Kellnerin zapft Bier in einem Pub.

LondonKurzfristig werde sich an dieser Lage nichts ändern, sagte der Chef des Herstellers von Marken wie Pilsner Urquell und Grolsch, Graham Mackay, bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. „Wir gehen aber davon aus, dass Europa und die USA nicht auf ewig in der Flaute bleiben.“ In den Schwellenländern ist die Lust auf das alkoholische Getränk dagegen ungebrochen. „Das sind zwei Welten und ich danke dem Herrn dafür“, resümierte Mackay

Der Absatz in Staaten wie China und Russland half SABMiller die Rückgänge in Nordamerika und Europa - vornehmlich Ost-Europa - auszugleichen. Über 80 Prozent seines Gewinns macht der Konzern in Schwellenländern. So kletterte der operative Gewinn in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 (per Ende März) um zehn Prozent auf umgerechnet zwei Milliarden Euro.

Der Umsatz stieg ebenfalls um zehn Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Allerdings hatten Analysten von Konkurrenten von Anheuser-Busch InBev mehr erwartet. Die Aktie gab in London knapp zwei Prozent nach. „Wir sind bei SABMiller vorsichtig“, sagte Citi-Analyst Adam Spielman. Wegen hoher Preise für Inhaltsstoffe, einem sinkenden Absatz in Europa und den USA sowie dem Preiswettkampf auf dem Kontinent kämen die Margen im nächsten und übernächsten Jahr unter Druck. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres war die operative Rendite auf 17,2 von 17,3 Prozent zurückgegangen. In der zweiten Jahreshälfte bis März 2012 werde sie stagnieren, sagte Mackay.

In der gesamten Branche ist die Lage gespalten. Während die weltweite Nummer Eins, Anheuser-Busch InBev, von boomenden Geschäften in Brasilien profitiert, kämpfen die auf Europa konzentrierten Konzerne Heineken und Carlsberg mit den Folgen der Schuldenkrise und der dadurch gesunkenen Lust auf Bier. InBev, der unter anderem Beck's und Budweiser braut, schaffte es zudem, höhere Rohstoffpreise an die Kunden weiter zu geben. Europäer schluckten das nicht.

Um seine Stellung weiter auszubauen, übernahm SABMiller vor kurzem den australischen Rivalen Foster's für 7,5 Milliarden Euro. Foster's galt als letzte Renditeperle auf dem weitgehend konsolidierten Biermarkt. Die Australier hatten sich lange gegen SABMiller gewehrt.

Von

rtr

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