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08.11.2011

09:30 Uhr

Halbjahreszahlen

Toyota leidet unter der nächsten Katastrophe

Kaum hat sich Japans führender Autokonzern Toyota von den Folgen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe berappelt, verhagelt ihm die Flutkatastrophe in Thailand die Bilanz. Auch der starke Yen macht Kopfzerbrechen.

Logo von Toyota: Gewinnrückgang im ersten Halbjahr. Reuters

Logo von Toyota: Gewinnrückgang im ersten Halbjahr.

TokioBeim schwer gebeutelten japanischen Autobauer Toyota ist der Gewinn drastisch gesunken, Produktionsausfälle und der starke Yen sind der Grund. Wie Japans Branchenprimus am Dienstag mitteilte, schrumpfte der Nettoertrag im zweiten Quartal des bis zum 31. März 2012 laufenden Geschäftsjahres um 18,5 Prozent auf 80,4 Milliarden Yen (750 Mio Euro).

Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 4,57 Billionen Yen. Weil die Folgen der Flutkatastrophe in Thailand noch unklar seien, gab Toyota keine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr ab.

Zunächst hatten millionenfache Rückrufe sowie der von dem Erdbeben ausgelöste Tsunami im März Toyota enorme Produktionsausfälle und Absatzprobleme beschert. Die Lage hatte sich zwar zunehmend normalisiert, doch nun muss der Konzern mit dem starken Yen sowie der Flutkatastrophe in Thailand kämpfen.

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In mehreren Ländern, darunter die USA, Indonesien und die Philippinen, musste Toyota die Produktion wegen Teilemangels kürzen. Auch in Toyotas heimischen Fabriken wurde die Fertigung gedrosselt. Dies werde auch nächste Woche andauern, hieß es.

Auf das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres bezogen sank der Nettoertrag drastisch um 71,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 81,6 Milliarden Yen. Der Umsatz fiel um 17,2 Prozent auf 8,02 Billionen Yen. Die Aktie verlor am Dienstag in Tokio 1,69 Prozent.

Zuletzt hatte das Hochwasser in Thailand die japanischen Autohersteller hart getroffen. Viele von ihnen haben Niederlassungen in der von den Fluten besonders stark betroffenen Region nördlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die thailändischen Fabriken von Branchenprimus Toyota werden auch in der kommenden Woche stillstehen. In Japan, Indonesien, Vietnam und den Philippinen wird die Produktion gedrosselt.

Toyota musste die vier Produktionsstätten in Nordamerika stoppen, weil benötigte Bestandteile aus Thailand fehlten. Auch die Produktion in den USA, Kanada und Südafrika ist betroffen. Es gäbe potenzielle Engpässe bei etwa 100 verschiedenen Bestandteilen, wie etwa Kunstharze oder elektronische Bauteile, die in Thailand produziert werden, sagte eine Firmensprecherin.

Mitsubishi erwartet einen Rückgang seiner Autoproduktion in Thailand von bis zu 35 000 Stück, sollten die Fließbänder wegen der Überschwemmungen wie erwartet bis Ende November stillstehen. Mitsubishis eigene Fabriken seien zwar nicht direkt von den Fluten betroffen. Wegen eines Zulieferstopps steht die Produktion seit dem 20. Oktober still, hieß es. Aus dem gleichen Grund kündigte Honda einen Produktionsstopp für die malaysischen Niederlassungen an.

Von

dpa

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