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11.08.2016

12:42 Uhr

Haldex-Übernahme

SAF-Holland lässt ZF in Schweden Vortritt

SAF-Holland zettelt keinen Bieterkampf um den schwedischen Hersteller Haldex an. Damit ist der Weg für den Konkurrenten ZF Friedrichshafen frei. Die Aktionäre erklärten erleichtert auf die Nachricht.

Der Lkw-Zulieferer will keinen Bieterkampf um Haldex. PR

SAF-Holland

Der Lkw-Zulieferer will keinen Bieterkampf um Haldex.

FrankfurtDer Lkw-Zulieferer SAF-Holland legt im Bieterkampf um den schwedischen Bremsen- und Federn-Hersteller Haldex nicht nach. „Wir werden uns nicht auf einen Bieterwettstreit einlassen“, sagte Vorstandschef Detlef Borghardt am Donnerstag. Damit ist der Weg frei für den Branchenriesen ZF Friedrichshafen, der SAF-Holland vor einer Woche mit einer Offerte für Haldex über 460 Millionen Euro um 20 Millionen Euro übertrumpft hatte.

SAF-Holland habe daraufhin noch einmal nachgerechnet, sei aber zu dem Schluss gekommen, dass Haldex nicht mehr wert sei. „Akquisitionen müssen strategischen Mehrwert liefern und sich auszahlen“, sagte Borghardt. Die SAF-Holland-Aktionäre zeigten sich erleichtert: Die Aktie stieg um 2,5 Prozent.

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Auch die Aktionäre des Unternehmens aus dem schwedischen Landskrona stellen sich auf ein Ende des Bieterstreits ein: Die Haldex-Aktie fiel am Donnerstag um fünf Prozent auf 99,50 schwedische Kronen. ZF bietet 100 Kronen je Aktie. Formal bleibt die Offerte von SAF-Holland über 94,42 Kronen aber bestehen. Borghardt sagte, es gebe keinen Grund sie zurückzuziehen, zumal da ZF sein Angebot bisher nur angekündigt habe. ZF muss es spätestens am 22. August offiziell unterbreiten – zwei Tage, bevor die Offerte von SAF ausläuft. Borghardt will sich nun andere Zukaufs-Gelegenheiten vornehmen. „Wir arbeiten weiter an Akquisitionen, aber ich kann noch nichts Konkretes sagen.“

Mit der Übernahme von Haldex hätte der Achsen-Spezialist aus Bessenbach bei Aschaffenburg sein Ziel vorzeitig erreicht, bis 2020 auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zu kommen. „Unabhängig davon, wie der Angebotsprozess ausgeht, sehen wir uns sehr gut aufgestellt, um die Ziele unserer '2020 Strategie' umzusetzen“, sagte Borghardt. Für das laufende Jahr hat er 1,05 bis 1,07 Milliarden in Aussicht gestellt. Nach dem schwachen zweiten Quartal werde SAF-Holland aber eher am unteren Ende der Spanne landen. Zuwächse in Europa konnten den Einbruch in Amerika und Australien nicht wettmachen. Nach sechs Monaten lag der Umsatz mit 534 Millionen Euro 4,5 Prozent unter Vorjahr.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit 49 (2015: 49,5) Millionen Euro im ersten Halbjahr stabil. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) verbesserte sich auf 9,2 (8,9) Prozent. Im Gesamtjahr dürfte sie nun eher bei neun als bei acht Prozent liegen, sagte Borghardt. Der Nettogewinn sank im ersten Halbjahr aufgrund von Bilanzeffekten im Finanzergebnis auf 25,7 (30,4) Millionen Euro.

Von

rtr

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