Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.11.2016

09:07 Uhr

Handelsblatt Auto-Gipfel in München

Das Zeitalter der großen Veränderungen

VonStefan Menzel

Digitalisierung, Autonomes Fahren und Mobilitätsdienste verändern die Automobilbranche. Mit einer Diskussionsrunde über die Zukunft der Branche hat Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart den Auto-Gipfel eröffnet.

Diskutieren über die Zukunft der Automobilindustrie (v.l.n.r.): Christoph Grote, Johann Jungwirth, Sajjad Khan und Gabor Steingart. Thorsten Joch für Handelsblatt

Handelsblatt-Auto-Gipfel in München

Diskutieren über die Zukunft der Automobilindustrie (v.l.n.r.): Christoph Grote, Johann Jungwirth, Sajjad Khan und Gabor Steingart.

MünchenDas Silicon Valley fordert die deutsche Automobilindustrie heraus. Unternehmen wie Uber, Google und Apple sehen ihre ganz eigenen Chancen und werden damit zu neuen Herausforderern für die etablierten Fahrzeughersteller aus der Autobranche. Werden Volkswagen, Daimler und BMW diese Herausforderung bestehen können? Mit einem Kamingespräch zu dieser Frage hat am Dienstagabend in München der 23. Auto-Gipfel des Handelsblatts begonnen.

Es überwiegt zumindest der Optimismus, dass die deutsche Automobilindustrie eine Antwort auf die neue Konkurrenz aus dem Silicon Valley findet. „Wir sind erfolgreich mit den Fahrzeugen, mit der Hardware. Das müssen wir behalten“, sagte Johann Jungwirth, Chief Digital Officer bei Volkswagen in Wolfsburg.

Dieses Wissen müsse nun um die IT-Welt erweitert werden, ein Autohersteller müsse sich zum integrierten Hard- und Software-Konzern wandeln. „Wenn wir das schaffen, steht unserer Branche eine gute Zukunft bevor“, ergänzte Jungwirth. Trotzdem müsse die neue Konkurrenz ernst genommen werden. Auch wenn sie – wie das Beispiel Uber zeige – nicht unbedingt selbst Autos bauen wollten.

Elektroautos und Ladesäulen: Die Spannung steigt

Elektroautos und Ladesäulen

Die Spannung steigt

Elektromobilität soll massentauglich werden. Doch bislang fehlen in Deutschland weiterhin Schnelladestationen – und die festen Zusagen, wer künftig für die schnelle Ladung bezahlen soll.

Sajjad Khan, der bei Daimler als Leiter Digital Vehicle and Mobility in einer ähnlichen Funktion tätig ist, pflichtete Jungwirth bei. „Wir müssen keine Angst haben, wir kennen unser Geschäft“, sagt er. Angesichts der im Autobau stark wachsenden Bedeutung der Software gebe es für die deutsche Automobilindustrie allerdings einen strategischen Nachteil. Mit der Ausnahme von SAP seien große Software-Konzerne in der Bundesrepublik praktisch nicht vorhanden. Über Unternehmen wie Google und Apple sei das nötige Know-how viel stärker in den USA verwurzelt.

Batterieantrieb, Autonomes Fahren, Digitalisierung und die Sharing-Economy mit ihren neuen Mobilitätsdiensten werden in den kommenden zehn Jahren für den Umbau der Automobilbranche sorgen. BMW macht sich kaum Sorgen um den Batterieantrieb, der die deutschen Hersteller vor die wenigsten Probleme stelle. Sharing und Mobilitätsdienste, wie sie etwa von Uber angeboten werden, „sind die viel größere Gefahr“, betonte Christoph Grote, Bereichsleiter Elektronik bei BMW.

Sein wichtigstes Argument: Die Autobranche müsse sich ziemlich grundlegend umstellen, vom Auto zum Service, „vom Produkt zum Dienst“. BMW stelle sich darauf ein, dass die neuen Mobilitätsangebote wirklich kommen werden, „das ist mehr als ein Hype“. Wen am Ende nur noch interessiert, wie er von A nach B kommt, der braucht kein eigenes Autos mehr. Es zählt das reine Mobilitätsangebot.

Johann Jungwirth von Volkswagen hält vielmehr das Autonome Fahren für die bedeutendere Veränderung im Geschäft mit Autos. Bequemlichkeit und Komfort würden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. In den Ballungsräumen wolle niemand mehr selbst mühselig nach einem Parkplatz suchen, das autonom fahrende Auto solle diese Aufgabe besser selbst übernehmen.

Kunden von morgen würden dafür dann künftig kein eigenes Auto mehr brauchen, was den Mobilitätsdiensten automatisch eine wachsende Bedeutung zukommen lassen werde. Auch der Batterieantrieb werde sich schnell durchsetzen, glaubt Jungwirth. Den großen Wandel dürfte es aus seiner Sicht nach dem Jahr 2020 geben, wenn eine neue Fahrzeuggeneration mit leistungsfähigen Batterien auf den Markt kommt.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.11.2016, 10:56 Uhr

Da sollte man aber auch die Migranten, Emigranten, Immigranten & Co. mit ihren tollen Englisch u-. Mathekenntnissen mitnehmen und dem Volk mal mitteilen, was Industrie 4.0 oder die digitale Veränderung für sie bis 2025 bis 2030 bedeuten wird und vor allem für die Steuerzahler.

Account gelöscht!

09.11.2016, 11:10 Uhr

'The war of Talents' findet zumindest nicht auf hiesigem Boden statt.

Das kann man in jeder Großstadt nicht mehr deutlicher sichtbar machen, was und wie sich das Land selbst abschaffen wird.

Die richtigen Politiker von Bedenkenträgern, Rucksackträger und Warmduschern mit den entsprechenden Frauen haben die >>Saat über Jahrzehnte gesät.

Jetzt muß sie nur noch aufgehen.

Deutschland wird Drittligist, wir tun alles dafür, wir schaffen das. Darum nehmt nun auch die Moslems aus den USA auf, die der neue Präsident aus dem Land haben will.

Wir schaffen das, aber auch nur noch das.

Was diese liberale Politik in Deutschland anrichtet, scheint noch nicht deutslich genug zu sehen und spürbar zu sein,

Spätestens in 10 bis 15 Jahren, wenn überhaupt, heißt es dann lapidar: " Da haben wir uns geirrt, hätten wir das gewußt".

So kommt es dann, wenn man einen Beamtenstaat mit hohem Pensionsverpflichtungen aufgebaut und noch unterhalten muß.

Account gelöscht!

09.11.2016, 11:22 Uhr

'Youth Bulge' for Germany!

Und das Problem der demographischen Fehlentwicklung ist scheinbar gelöst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×